Sonntag, 12. Mai 2019

Märchenhaft durch den Mai ~ "Der Fluch der Loreley" von Elvira Zeißler

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Heute habe ich eine ganz besondere Geschichte für euch. Ein Jugendroman, der auf einer Sage aus meiner Umgebung beruht. Ganz in meiner Nähe befindet sich ein sagenhafter Felsen über dem Rhein, bei St. Goarshausen, 113 Meter breit und 132 Meter hoch.

Vor langer Zeit lebte auf der Loreley, einem Felsen am Rhein, ein wunderschönes junges Mädchen. Es hatte eine liebliche Stimme, die alle Menschen verzauberte. Immer wenn sie eines ihrer Lieder sang, dann blieben die Menschen sprachlos stehen, um der faszinierenden Stimme zu lauschen...
Bild: Pixabay

Die Sagen der Loreley gehören zu den bekanntesten des Mittelrheins. Es gibt viele verschiedene Versionen, die sich sehr stark unterscheiden. 

1. Sage: Die verlassene Braut

In dieser Sage dass Loreley wirklich gelebt habe. Weil sie sehr schön war, wurde sie von vielen Männern begehrt.

Die Loreley liebte aber nur den Ritter Eberhard. Als er in den Krieg zog, bewarben sich viele Männer um die Hand der Loreley. Sie wollte aber auf ihren Liebsten Eberhard warten. Vor Liebeskummer brachten sich viele Männer um. Deshalb vermutete man, die Loreley sei eine Hexe. Hexen aber wurden damals verbrannt.

Der Erzbischof von Köln saß zu Gericht über Loreley und hatte Mitleid mit ihr. Er verurteilte sie nicht zum Tode, sondern schickte sie in ein Kloster. Auf dem Wege dorthin bat sie ihre Begleiter, noch einmal auf den Felsen am Rhein klettern zu dürfen, um ein letztes Mal auf die Burg ihres geliebten Ritters Eberhard zu schauen.

Plötzlich sah die Loreley dabei den Ritter, wie er auf einem kleinen Boot den Rhein herunterfuhr. Die Loreley rief laut: „Eberhard“. Der Ritter blickte fasziniert zur Loreley hinauf und bemerkte nicht den Felsen, gegen den er fuhr. Er ertrank im Strudel des Rheins. Voller Verzweiflung sprang Loreley in den Rhein, damit sie ihrem Eberhard nah sein könnte. Sie wurde nie wieder gesehen.
Bild: Pixabay

2. Die Sage der Loreley: Sie kämmte ihr goldenes Haar…

Der Sage nach saß ein blondes langhaariges Mädchen namens Loreley auf dem Felsen am Rhein und kämmte ihr goldenes Haar und sang dabei eine liebliche Melodie.
Ihr Aussehen und der Gesang waren so bezaubernd, dass die Schiffer auf dem Rhein zur Loreley hinaufsahen und auf die gefährlichen Riffe, Felsen und Untiefen des Rhein fuhren. Dabei kamen viele Schiffer ums Leben.

3. Sage: Die Loreley und der Teufel

Wo das Stromtal des Rheins unterhalb von Kaub am engsten ist, starren zu beiden Seiten schroffe Felswände von schwarzem Schiefergestein unheimlich hoch empor. Schneller schießt dort die Flut des Rheinstroms, lauter brausen die Wogen, prallen ab am Felsen und bilden schäumende Wasserwirbel.

Nicht geheuer ist es in dieser Schlucht, über diesen Stromschnellen. Die schöne Nixe des Rheins, die gefährliche Loreley, erscheint oft den Schiffern, kämmt mit goldenem Kamme ihr langes flachsenes Haar und singt dazu ein süßes betörendes Lied. Mancher, der sich davon locken ließ und den Fels erklimmen wollte, fand seinen Tod in den Wellen.

Wer sie sieht, wer ihr Lied hört, der verliert sein Herz. Hoch oben auf der höchsten Spitze ihres Felsen steht sie, in weißem Kleide, mit fliegendem Schleier, mit wehendem Haar, mit winkenden Armen. Keiner aber kommt ihr nahe. Sie weicht vor ihm zurück, sie lockt ihn durch ihre zaubervolle Schönheit – bis an den jähen Rand des Abgrundes. Er sieht nur sie, er glaubt sie vor sich auf festem Boden, schreitet vor und stürzt zerschmetternd in die Tiefe.
Bild: Pixabay

Einst fuhr auch der Teufel mit dem Schiff auf dem Rhein und geriet zwischen die Loreley-Felsen. Der Pass schien ihm zu eng, er wollte ihn weiten und den gegenüberliegenden Felsenkoloss von der Stelle rücken. Er stemmte seinen Rücken an den Loreley-Felsen und hob und schob und rüttelte an dem gegenüber liegenden Berg.

Schon begann dieser zu wanken, da sang die Loreley. Der Teufel hörte den Gesang, und es wurde ihm seltsam zumute. Er hielt inne mit seiner Arbeit und hielt es fast nicht länger aus. Gern hätte er die Loreley für sich gewonnen, aber hatte keine Macht über sie. Er wurde von Liebe so heiß, dass er dampfte. Als das Lied der Loreley schwieg, eilte der Teufel fort. Er hatte schon gedacht, an den Felsen gebannt bleiben zu müssen. Aber als er fort war, da zeigte sich, o Wunder, seine ganze Gestalt, schwarz in die Felswand eingebrannt. Nachher hat sich der Teufel sehr gehütet, der Sirene des Rheins wieder nahe zu kommen.

Die Loreley aber singt immer noch, in stillen ruhigen Mondnächten, erscheint immer noch auf dem Felsengipfel, wartet immer noch auf Erlösung.

Das Loreley Lied

Im Jahre 1800 von Clemens Brentano erfundene Jungfrau namens Lore Lay, dichtete Heinrich Heine 23 Jahre später sein berühmtestes Gedicht – das Loreleylied. Im Jahre 1824 wurde der Text erstmal publiziert. Vertont wurde das Lied später dann durch Friedrich Silcher 1837.

Das Loreley-Lied haben wir in der Schule gelernt, ein Lied, mythisch und mystisch, wie die Geschichte, die sich um die geheimnisvolle Frau auf dem Felsen rankt.


Und darum geht es:

Ein spannender und gefühlvoller Jugendliebesroman rund um die mystische Legende der Loreley. Sein heißer Atem strich über meine Lippen und das Herz drohte in meiner Brust vor Sehnsucht, Aufregung und der bitteren Gewissheit zu zerspringen, dass es zu diesem Kuss – aus welchen Gründen auch immer – niemals kommen würde. Im letzten Schuljahr treten gleich zwei Jungs in Caras bis dahin eher ruhiges Leben. Der charmante, zuvorkommende, fast perfekt scheinende Erik und Christian, der mit seinen langen blonden Haaren, blauen Augen und seiner atemberaubenden Stimme alle Mädchen in den Bann zieht. Alle außer Cara. Und aus irgendeinem Grund sucht er ausgerechnet ihre Nähe. Aber gilt sein Interesse wirklich ihr, oder der Tatsache, dass sie anders ist? Allen Zweifeln und Geheimnissen zum Trotz fühlt sich Cara immer stärker zu Christian hingezogen. Doch auf ihm lastet ein uralter Fluch ... 

Meine Rezension findet ihr hier. 

Ich habe der Autorin Elvira Zeißler ein paar Fragen rund um ihr Buch gestellt und freue mich, dass sie mir so bereitwillig Auskunft gegeben hat.


Wie kam die Idee zu "Der Fluch der Loreley"?

Schon als kleines Mädchen habe ich das Loreleylied von Heine, das mir mein Vater beigebracht hat, geliebt. Ich finde es wunderschön, mystisch und poetisch, selbst meine Töchter kennen es inzwischen auswendig. Und als ich mal wieder eine romantische Jugendfantasy Geschichte schreiben wollte, kam mir dieses Gedicht wieder in den Kopf. Ich habe mich gefragt, was damals wirklich geschehen sein könnte und welche Auswirkungen diese Gabe der schönen Stimme in der heutigen Zeit haben würde, wenn die Loreley Nachkommen gehabt hätte.

Weshalb hast du die Sage um die Loreley als Grundlage für deinen Roman gewählt?

Wie eben gesagt, finde ich sie sowohl wunderschön als auch mystisch und tragisch – also insgesamt sehr inspirierend.

Beschreibe dein Buch "Der Fluch der Loreley" in höchstens 3 Sätzen. 

Eine spannender und gefühlvoller Jugendfantasyroman rund um die mystische Legende der Loreley. Dabei treten plötzlich zwei Jungs in Caras Leben, das mit dem Erwachen einer eigenartigen Gabe auch so schon kompliziert genug ist. Bis zum Schluss fiebert man mit Cara mit und fragt sich, wer Freund und wer Feind ist.

Das Buch handelt von einem uralten Fluch und hat einen sagenumwogenen Hintergrund. Bist du diesen magischen, spirituellen und mystischen Dingen gegenüber, für die man nicht immer eine rationale Erklärung findet, offen eingestellt oder ist das Humbug für dich?

Ich liebe es, so etwas in meinen Büchern zu beschreiben, die Realität und alte Überlieferungen so mit der Fiktion zu verweben, dass man nicht mehr genau sagen kann, wo das eine endet und das andere beginnt. Ich stelle mir gern vor, was alles möglich wäre. Aber im realen Leben glaube ich (leider) nicht wirklich daran.

Auch eine Liebesgeschichte steht im Vordergrund. Cara und ihr Auserwählter müssen einige Probleme bestehen. Glaubst du, dass die Liebe alle Hindernisse überwinden kann?

Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube schon, dass, wo ein Wille ist, sich meist auch ein Weg findet. Aber Liebe allein reicht dafür wohl kaum aus, es muss auch einiges an Einsatz, Kompromissbereitschaft und eben Willen vorhanden sein.

Was macht für dich einen guten, glaubhaften Liebesroman aus? Gehört ein Happy End immer dazu?

Bei einem guten Liebesroman kann ich die Gefühle der Protagonisten tatsächlich nachempfinden und bekomme sie nicht nur beschrieben. Im Idealfall bekomme ich beim Lesen dieses besondere „Hach“-Gefühl. Ein Happy-End ist für mich dabei nicht zwingend nötig, solange es wirklich zur Geschichte und deren Botschaft passt.

Hast du eine Lieblingsstelle oder ein Lieblingszitat im Buch? Verrätst du es uns?

"Sein heißer Atem strich über meine Lippen und das Herz drohte in meiner Brust vor Sehnsucht, Aufregung und der bitteren Gewissheit zu zerspringen, dass es zu diesem Kuss – aus welchen Gründen auch immer – niemals kommen würde."

Wie würden Christian und Erik dich mit 5 Adjektiven beschreiben?

Besserwisserisch, weil ich von Anfang an wusste, wie die Geschichte ausgehen wird.
Schöpferisch / kreativ, weil sie Cara beide gewiss gut gelungen finden.
Gemein, weil ich ihnen so einige Stolpersteine in den Weg gelegt habe.
Einer von beiden würde mich letztendlich als nett bezeichnen, weil er am Ende das Mädchen und das Happy-End bekommt.
Der andere würde wahrscheinlich weniger schmeichelhafte Worte für mich finden, die ich hier nicht aufzählen mag.

Was ist dein Lieblingsmärchen?

Prinzessin Fantaghiro mag ich bis heute sehr gern und als ich klein war, war König Drosselbart einer meiner Favoriten.

Was verbindest du persönlich mit Märchen, Sagen und Legenden?

Ich finde sie unglaublich wichtig und bereichernd. Sie lassen erkennen, wie die Menschen früher die Welt erlebt und begriffen haben, machen vergangene Zeiten lebendig und zeigen zugleich wie grenzenlos die Fantasie ist. Im Alter von ca. 8-10 Jahren habe ich unzählige Märchen aus allen Ecken der Welt regelrecht verschlungen und ich denke, das hat meinen Hang zur Fantasy entscheidend mitgeprägt.

Ich kann euch "Der Fluch der Loreley" wirklich ans Herz legen, eine tolle, spannende und mystische Geschichte, die mich begeistert hat.

Am 14.05.2019 geht es weiter mit einem ganz besonderen Märchen, einer spannenden Kombination. "
Im Schatten der Nacht" von Vanessa Carduie ist ein Vampirmärchen. Also schaut vorbei und lasst euch überraschen.

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