Dienstag, 28. Januar 2020

Rezension zu „Mein Ex, sein Giftzwergbruder und ich“ von Erin Tramore

Rezension zu 
„Mein Ex, sein Giftzwergbruder und ich“ 
von Erin Tramore





Buchdetails

ISBN: 978-1717863270
Sprache: Deutsch
Taschenbuch 284 Seiten
Verlag: Independently published
Erscheinungsdatum: 22.7.2018






Inhalt:

Frisch aus dem Knast entlassen erhält Jerry ausgerechnet von seinem Ex-Freund Fernando ein Jobangebot. Er soll den Chauffeur für Fernandos Bruder spielen, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Die verdächtig gute Bezahlung hätte Jerry warnen sollen. Was zunächst nach leicht verdientem Geld und der Lösung für seine Probleme mit dem Bewährungshelfer aussieht, erweist sich als Höllenjob. Fernandos Bruder schikaniert Jerry, wo er nur kann, und dass Jerry immer noch auf Fernando steht, der ihn vor seiner Inhaftierung eiskalt im Stich gelassen hat, wirkt sich nicht gerade positiv auf Jerrys Schlafstörungen aus.
Zwischen schlaflosen Nächten, Albträumen und verletzten Gefühlen kommen sich Fernando und Jerry dennoch allmählich wieder näher, bis die Vergangenheit sie einholt und das neugewonnene Vertrauen zu zerstören droht.

Meine Meinung:

Dies war mein erstes Buch der Autorin und sie hat mich mit dieser Geschichte um Jerry und Fernando wirklich überrascht. Am Anfang war ich etwas skeptisch, die Ausgangssituation war für mich etwas negativ behaftet. Ich war mir nicht sicher, ob das Buch wirklich etwas für mich ist. Da ich aber sehr gerne Gay Romance lesen habe ich mich einfach mal drauf eingelassen. Und ich habe es nicht bereut. Ich habe die Geschichte regelrecht inhaliert.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach, manchmal etwas salopp und passt genau zu Jerry, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Locker und leicht, frisch und emotional, schnell und flüssig sind die Seiten nur so dahin geflogen.

Die Handlung und deren Verlauf haben mir sehr gut gefallen. Dramatisch und sehr gefühlsgeladen, bewegend und mitreißend.

Zu Beginn war Fernando etwas undurchsichtig, kühl und distanziert, man wusste nicht aus welcher Intention heraus er gehandelt hat. Und dann ist da Luca, den ichbam liebsten mal kräftig geschüttelt und vor die Tür gesetzt hätte. Dieser junge, wütende Teenager, der aber im Laufe der Handlung vom Giftzwerg zum charmanten und liebenswerten Bruder mutiert ist.
Und dann war da Jerry, ein einsamer, bemitleidenswerter Mann, der scheinbar sein Leben nicht in den Griff bekommt, immer weiter abdriftet, der aufgegeben hat, unter gewaltigen Schlafproblemen und Panikattacken leidet, zum Sexobjekt degradiert, ohne wirkliche Freunde oder Familie. Es scheint als würde alles Negative einfach anziehen. Er tat mir so leid, er hat alles Schlechte einfach angezogen - und hat aufgegeben. Die Probleme und Hindernisse lassen nicht nach.
Doch in Fernandos Haus schafft er es nicht nur Luca für sich zu gewinnen, auch Fernando zeigt langsam seine Gefühle.

Ich habe so mit Jerry gefühlt, gezittert und erlebt. Ich hatte Mitleid, war wütend, verzweifelt und den Tränen nah, hatte aber auch Hoffnung und war zuversichtlich. Die Emotionen waren zum Greifen nah und lagen so dicht beieinander. Eine Achterbahn der Gefühle erlebt man als Leser, die keinen kalt lässt. Eine Geschichte zum Verzweifeln - und doch steckt sie voller Hoffnung. Eine Geschichte, die nicht nur das Gute in den Mittelpunkt stellt, die vor allem zeigt wie schwer es ist den Weg zurück ins Licht zu finden.

Das Buch hat mich überrascht, mich gepackt und gefesselt und mir eine mitreißende und emotionale Lesezeit beschert. Ich bin ein absoluter Happy End Typ, aber selten habe ich mich so mit einem Protagonisten über das glückliche Ende gefreut. Ich bin begeistert von der Geschichte!

Fazit:

Eine emotionale Achterbahnfahrt, mitreißend und aufwühlend, fesselnd und dramatisch. Absolute Leseempfehlung! Ein Highlight!
★★★★★
5+ von 5 Sternen

Dein SP-Buchprojekt 2020 ~ Ella Lane

Hallo Ihr Lieben,

die Vorstellung der Autoren, die an meiner Aktion "Dein SP-Buchprojekt 2020" teilnehmen, geht mit Ella Lane weiter.

Ella Lane ist das Pseudonym einer waschechten Berliner Autorin, die im Jahr 1986 das Licht der Welt erblickte.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ella sehr. Wir sind auch schon mittendrin. Momentan möchte sie jedoch vom Inhalt ihres neuen Buches noch nicht so viel preisgeben. Ich durfte allerdings schon einen Blick in die ersten Kapitel werfen und war sofort angetan - soviel sei verraten.

Ich habe der Autorin ein paar kurze Fragen gestellt, damit ihr sie ein bisschen näher kennen lernen könnt.

Stellst du dich bitte kurz vor.

Ich bin Ella aus Berlin. 2019 habe ich mich getraut und ganz mutig meine ersten zwei Liebesromane – die Sternschnuppen-Reihe – veröffentlicht. Gedichte und Geschichten schreibe ich schon seit meiner Kindheit und Jugend. Es gibt ein Foto, da saß ich im Jahr 2000 im Garten meiner Eltern und hämmerte auf eine alte Schreibmaschine ein.  Später habe ich Frisurenvideos auf YouTube veröffentlicht (Jugendsünden und so).
Heute schreibe ich Romane mit viel Herz und Herzschmerz.
Im Sommer findet man mich meist in einer Finnhütte im Wald am See – ohne Strom und fließendem Wasser. Oder auf dem Stand Up Paddle Board.

Welche Bücher sind bisher von dir erschienen? 

Die "Sternschnuppenreihe".


Weshalb hast du dich bei der Aktion "Dein Buchprojekt 2020" beworben? Was erhoffst du dir von der Zusammenarbeit? Hast du auch Befürchtungen?

Ich habe mich beworben, da ich noch eine recht neue Autorin bin. Ich möchte gerne meine Bekanntheit vergrößern und würde mich sehr freuen, hierüber ein paar neue Leser zu finden. Außerdem habe ich so eine Aktion noch nie gemacht. Ich finde das spannend und bin gespannt, was dabei alles auf mich zukommt, und freue mich auf Unterstützung.

Welche Projekte und Veröffentlichungen planst du für 2020? 

Ich schreibe derzeit an einem weiteren Liebesroman, der jedoch in eine andere Richtung geht als die Sternschnuppenreihe.
Außerdem überlege ich, noch ein oder mehrere Kinderbücher, die ich vor zwei Jahren geschrieben habe, zu überarbeiten und veröffentlichen. Mal sehen.
Außerdem schwebt mir eine Idee für eine Fortsetzung der Sternschnuppenreihe durch den Kopf. Vielleicht wird das aber auch nur eine Kurzgeschichte.

Vielen Dank liebe Ella, dass du mir und meinen Lesern einen tieferen Einblick in dein Buchprojekt und deinen Autorenalltag gewährst. Ich freue mich unheimlich auf die Zusammenarbeit.

Seid gespannt, was euch in den nächsten Tagen und Wochen erwartet.

Eure Christine

Montag, 27. Januar 2020

Rezension zu „Find me in the Storm“ von Kira Mohn

Rezension zu 
„Find me in the Storm“ 
von Kira Mohn
Cover: Kyss





Buchdetails

ISBN: 9783499000072
Sprache: Deutsch
Flexibler Einband 384 Seiten
Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 17.12.2019

Teil 3 der Reihe "Leuchtturm-Trilogie"





Inhalt:

Eigentlich ist Airin die Ausgeglichenheit in Person. Doch der neueste Gast in ihrem Bed&Breakfast an der irischen Westküste bringt sie ganz schön aus der Ruhe. Joshua Hayes ist ein umschwärmter TV-Star, und auch Airin fühlt sich schnell zu ihm hingezogen. Dabei passt er so gar nicht in ihr Leben, das gerade durch einen erbitterten Familienstreit schon kompliziert genug ist. Es wäre völlig unvernünftig, für diesen ebenso undurchsichtigen wie charmanten Mann Gefühle zu entwickeln. Und nahezu hirnverbrannt, auf die ungewöhnliche Wette einzugehen, die Josh ihr vorschlägt …

Meine Meinung:

Dies ist der dritte und letzte Teil der "Leuchtturm" - Trilogie. Die einzelnen Teile sind unabhängig voneinander lesbar, da immer ein anderes Pärchen im Vordergrund steht. Allerdings finde ich es persönlich schöner, die angegebene Reihenfolge einzuhalten, da man so einen schöneren Blick auf das große Ganze erhält.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, bildgewaltig und plastisch, locker und leicht, schnell und flüssig zu lesen. Einmal angefangen bin ich nur so durch die Seiten geflogen.

Wie auch die beiden Teile zuvor konnte mit der Abschlussband wieder begeistern und emotional packen. Eine tiefgründige Geschichte mit sehr ernstem Hintergrund. Und doch musste ich oft schmunzeln, denn Airin und Josh sorgen für abwechslungsreiche und unterhaltsame Momente. Einziger kleiner Kritikpunkt: Das Ende war mir zu schnell. Joshs Vergangenheit wurde zu kurz angerissen und abgehandelt. Mir war seine Änderung nicht ersichtlich. Ich hätte gerne noch erfahren, dass er sich wirklich Hilfe geholt hat.

Auch diese Liebesgeschichte hat mich fast zum verzweifeln gebracht. Es liegt so viel schwere Vergangenheit und so viele Probleme auf Josh, dass es die Liebe wirklich schwer hat. Dabei habe ich mir die ganze Zeit einfach nur ein Happy End für die beiden gewünscht.
Auch auf Airin lasten Probleme, aber ganz anderer Art. Sie muss macht sich sorgen um ihre Zukunft, die Zukunft des B&Bs, ihre Mutter. Ich habe ie nicht wirklich beneidet.

Die Charaktere sind lebendig gezeichnet. Ich habe sie alle gemocht, manche sind mir richtig ans Herz gewachsen. Ich habe sie so gerne über die ganzen 3 Teile hinweg begleitet und bin nun ein bisschen traurig, dass wir nicht mehr nach Castledunns zurückkehren werden.

Das Buch hat mich gut unterhalten und mir eine emotionale und packende Lesezeit beschert. Ich freue mich auf eine weitere Reisen ins raue, wildromantische Irland.

Fazit:

Ein emotionsgeladener und abwechslungsreicher Liebesroman, der trotz des ernsten Themas oft zum Schmunzeln eingeladen hat. Leseempfehlung!
★★★★
4,5 von 5 Sternen

Dein SP-Buchprojekt 2020 ~ Morgan Stern

Hallo Ihr Lieben,

heute starte ich mit der Vorstellung der Autoren, die an meiner Aktion "Dein SP-Buchprojekt 2020" teilnehmen.

Wir beginnen mit Morgan Stern.

Morgan Stern ist eine Autorin, die mit "Meersehnsucht" am 21.02.2020 ihr 4. Buch veröffentlicht. Sie bezeichnet sich selbst als (Überlebens-) Künstlerin, die das Meer und Wasser im Allgemeinen liebt, ebenso Musik, Hunde, Fotografieren, die Natur,  das Reisen, Kaffee trinken und gute Gespräche.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Morgan, die sogar aufgrund des zeitnahen Veröffentlichungstermins schon ziemlich weit fortgeschritten ist. Bei diesem Projekt war ich leider nicht von Beginn an dabei, sondern bin erst kurz vor dem Fertigstellen des Buches dazugekommen. In den nächsten 4 Wochen dürft ihr tiefere Einblicke in Morgans Autorenalltag und Hintergründe zum Buch "Meersehnsucht" nehmen.

Ich habe der Autorin ein paar kurze Fragen gestellt, damit ihr sie ein bisschen näher kennen lernen könnt.

Stellst du dich bitte kurz vor.

Hallo zusammen, mein Name ist Morgan Stern, ich bin 39 Jahre alt und leidenschaftliche Geschichtenerzählerin. Wenn ich nicht gerade die Resultate meines Kopfkinos "zu Papier" bringe, widme ich meine Zeit meiner Familie. Ich bin verheiratet, habe eine kleine Tochter und einen Hund, die mich meist auf meinen Exkursionen in die Natur, ans Wasser oder auch zum Shoppen und Kaffee trinken gehen begleiten. Außer fürs Schreiben interessiere ich mich für Musik, Reisen, Fotografieren, Psychologie, Menschen ganz allgemein und so einigem mehr.

Welche Genre schreibst du?

Ich schreibe Romane und Psychothriller - meistens genreübergreifend, da mir dieses sture Schubladendenken noch nie wirklich zugesagt hat 😉

Welche Bücher sind bisher von dir erschienen? 

Ich habe bisher meinen zweiteiligen Psychothriller FOREVER YOURS I & II und meinen Crossover-Liebesroman SONNENBLUMENGLÜCK veröffentlicht. Meine neueste Geschichte steht schon mehr oder weniger in den Startlöchern und wird den wunderschönen Titel MEERSEHNSUCHT tragen.

Weshalb hast du dich bei der Aktion "Dein Buchprojekt 2020" beworben? Was erhoffst du dir von der Zusammenarbeit? Hast du auch Befürchtungen?

Als ich von der Aktion gelesen habe, war ich eigentlich sofort begeistert. Ich selbst interessiere mich immer sehr für die Details, für das, was man vielleicht nicht auf den ersten Blick erahnt und für Dinge, die einem normalerweise eher verborgen bleiben. Die Idee nun bei einem Buchprojekt auf eben all jene Sachen eingehen zu können, gefiel mir und ich erhoffe mir, dass es die Leser genauso sehen. Ich für meinen Teil werde mir zumindest Mühe geben.
Befürchtungen habe ich keine, ich könnte mir auch nicht im Entferntesten vorstellen, was das sein sollte.

Vielen Dank liebe Morgan, dass du mir und meinen Lesern einen tieferen Einblick in dein Buchprojekt und deinen Autorenalltag gewährst. Ich freue mich unheimlich auf die Zusammenarbeit.

Seid gespannt, was euch in den nächsten Tagen und Wochen erwartet.

Eure Christine

Sonntag, 26. Januar 2020

Rezension zu „Dschinniya. Der verwunschene Kuss“ von Cristina Haslinger

Rezension zu 
„Dschinniya. Der verwunschene Kuss“ 
von Cristina Haslinger
Cover: Impress





Buchdetails

ISBN: 9783646605198
Sprache: Deutsch
E-Buch Text 334 Seiten
Verlag: Impress
Erscheinungsdatum: 06.06.2019







Inhalt:

**Pass auf, wen du küsst**
Wie alle Mädchen ihres Jahrgangs sehnt Luisa sich nach nichts mehr, als von Jonas, dem begehrtesten Schwarm der Schule, bemerkt zu werden. Doch ihre Chancen bei ihm stehen gleich Null – zumindest dachte sie das bis vor Kurzem. Aber dann geht ihr Wunsch auf wundersame Weise in Erfüllung und von einem Kuss auf den anderen ändert sich Luisas ganzes Leben. Denn die sanfte Berührung von Jonas' Lippen beinhaltet einen Fluch, der sie an die Wünsche und Sehnsüchte eines anderen bindet…

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist schlicht und einfach, leicht verständlich, schnell und flüssig zu lesen. Eine Geschichte, durch die man nur so fliegt.

Die Handlung und deren Verlauf haben mir ganz gut gefallen. Eine nette und zauberhafte Geschichte, jugendlich und frisch, locker und unterhaltsam. Typische Teenagerprobleme werden neben dem Rätseln um die Wunderkanne thematisiert. Erste Liebe, der Schulalltag, Probleme zu Hause.
Das Ende war schon von Beginn an vorhersehbar, auch die kriminalistische Nebenhandlung war direkt zu erahnen. Dennoch eine locker-leichte, jugendlich-frische Unterhaltung rund um das Wünschen mit dem Hauch aus Tausendundeiner Nacht. Die Charaktere haben diese Vorhersehbarkeit durch ihren Witz und Charme wieder wettgemacht.

Das Buch hat mich gut unterhalten und mir eine charmante Lesezeit beschert. Ein Hauch von Taunusendundeiner Nacht mitten in Deutschland. Ich denke jugendliche Leser haben ihre Freude an dem Buch.

Fazit:

Eine locker-leichte Unterhaltung. Leseempfehlung.
★★★
3,5 von 5 Sternen

Rezension zu „Save me from the Night“ von Kira Mohn

Rezension zu 
„Save me from the Night“ 
von Kira Mohn
Cover: Kyss



Buchdetails

ISBN: 9783499000065
Sprache: Deutsch
Flexibler Einband 384 Seiten
Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 17.09.2019

Das aktuelle Hörbuch ist am 17.09.2019 bei Argon Verlag erschienen.

Teil 2 der Reihe "Leuchtturm-Trilogie"




Inhalt:

Seanna wollte einfach nur weg. Ein schrecklicher Schicksalsschlag hat die junge Frau völlig aus der Bahn geworfen, hat sie aus ihrem alten Leben fliehen lassen. In dem kleinen Dorf Castledunns versucht sie nun, wieder zu sich selbst zu finden. Die weite, wilde Landschaft der irischen Westküste tut ihr gut, ebenso wie das gemächliche Dorfleben. Auch ihr Job als Kellnerin im einzigen Pub des Ortes bringt eine angenehme Routine mit sich. Doch dann bekommt die Bar mit Niall Kennan einen neuen Besitzer, und der attraktive Mann stürzt Seannas Gefühle ins Chaos. Denn sie fühlt sich nicht nur zu Niall hingezogen, er erinnert sie auch an ihre Vergangenheit. Und das ist mehr, als Seanna ertragen kann …

Meine Meinung:

Dies ist der zweite Teil der "Leuchtturm" - Trilogie. Die einzelnen Teile sind unabhängig voneinander lesbar, da immer ein anderes Pärchen im Vordergrund steht. Allerdings finde ich es persönlich schöner, die angebene Reihenfolge einzuhalten, da man so einen schöneren Blick auf das große Ganze erhält.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, bildgewaltig und plastisch, locker und leicht, schnell und flüssig zu lesen. Einmal angefangen bin ich nur so durch die Seiten geflogen.

Bereits der erste Teil hat mir gut gefallen und auch Teil 2 konnte mich begeistern und emotional packen. Eine tiefgründige Geschichte mit sehr ernstem Hintergrund.
Auf Seanna war ich schon sehr neugierig, da sie doch immer distanziert gewirkt hat. Endlich lüften sich die Rätsel um ihre Herkunft. Und diese sind wahrlich nicht schön. Ich war doch etwas geschockt je tiefer wir in ihre Vergangenheit, in ihre Erlebnisse eingetaucht sind. Der Showdown am Ende war kurz und dramatisch, aber ein passender Abschluss für diese emotionale Geschichte.

Aber auch Niall hat einiges erlebt und auch seine Geschichte und vor allem Emmys sind dramatisch und emotional.

Seanna und Niall haben es nicht leicht, ihre Liebesgeschichte hat mich fast zum verzweifeln gebracht. Es liegt so viel schwere Vergangenheit und so viele Probleme auf ihnen, dass es die Liebe wirklich schwer hat.

Die Charaktere sind lebendig gezeichnet. Ich habe sie alle gemacht, manche sind mir richtig ans Herz gewachsen. Ich habe mit Seanna, Niall und Emmy gehofft und gebangt.

Das Buch hat mich gut unterhalten und mir eine emotionale und packende Lesezeit beschert. Ich freue mich auf eine weitere Reisen ins raue, wildromantische Irland.

Fazit:

Ein emotionsgeladener Liebesroman mit ernstem Thema und einem brillanten Setting. Leseempfehlung!
★★★★
4,5 von 5 Sternen

It's TeaTime ~ Mit Sajit und Furat aus "Die Stadt der stillen Wasser" von Florian Clever


Es ist ein eisiger Sonntagnachmittag, ich sitze im warmen Wintergarten am gedeckten Tisch und erwarte mit Spannung und Neugier meine ersten Gäste zur Teeparty. Ich bin etwas aufgeregt, denn die beiden kommen von weit her.


Auf einmal höre ich ein Hundebellen und gleichzeitig schießt ein großer schwarzer Hund um die Ecke des Hauses auf den Wintergarten zu. Er hat zwei Männer im Schlepptau, beide in einen Kaftan gehüllt.

Ich stehe auf, öffne die Glastür und gehe auf die beiden zu. Der Hund begrüßt mich zuerst. Einer der beiden wirkt etwas beängstigend auf mich, groß und von kräftiger Statur, lange schwarze Haare, aber das freundliche Lächeln lässt den ersten Eindruck schnell verfliegen.

Es sind Sajit und Furat aus dem Buch "Die Stadt der stillen Wasser" von Florian Clever. Sie kommen aus der Stadt Mesrée.

UzB (das bin ich ;-)): "Sajit, Furat, wie schön, dass ihr gekommen seid. Wie war eure Reise?"

Sajit: "Danke, gut. Die Karawane kam zügig voran, die Kamele waren fit und nur mäßig störrisch."

Furat brummt zustimmend.

Schwanzwedelnd und um Aufmerksamkeit heischend springt Hund Bira an mir hoch.

UZB: "Bira, meine Liebe, natürlich bist du auch herzlich Willkommen!", lachend streichele ich der Hündin über das schwarze Fell.

UzB: "Was habt ihr uns schönes zum Tee mitgebracht? Etwas Spezielles aus der Heimat?"

Sajit: "Hier ist etwas Süßgebäck mit Honig und Pistazien. Und die hier sind mit Dattel- und Feigenmus gefüllt, da sterb ich ja für. Und Atayef, gefüllte arabische Pfannkuchen."

Furat (stellt ein Säckchen auf den Tisch): "Etwas Karamellzucker. Schmeckt gut im Mokka oder mit frischem Minztee."

UzB: "Vielen Dank! Das sieht toll aus."

Wir setzen uns an den gedeckten Teetisch.

UzB: "Erzählt mir etwas von eurer Heimat."

Sajit: "Mesrée ist eine prächtige Stadt am Rand einer Wüste, in einem Flussdelta. Neun bis zehn Monate lang versorgt uns der Bahir zuverlässig mit Wasser. Ein Großteil des Handels wird über ihn abgewickelt, mehr als mit den Karawanen über den Landweg. Nur während der Trockenzeit, da gibt es meistens ein paar Wochen, wo er nicht mehr schiffbar ist. Da sind wir dann wieder allein auf Kamele und Pferdekarren angewiesen. Und natürlich auf den eigenen Ackerbau. Das Delta ist eine fruchtbare Region, die letzte große 'Oase' vor der Wüste."

Furat: "Es ist eine gesegnete Region. Dürre und Monsun wechseln sich ab. Je nach Jahr leben wir ein Viertel bis ein Drittel des Jahres in extremen Bedingungen: erst furztrocken, dann ist alles eine einzige Pampe. Manchmal nehmen Dürre und Regenzeit zusammen auch das halbe Jahr in Anspruch. Aber wir mögen's so. Da wird's nie langweilig. Und jede Periode hat ihren Reiz, wenigstens für mich. Und wer lange die Fülle beim Wasser entbehren musste, der weiß es wieder richtig zu schätzen, wenn es dann endlich regnet. Umgekehrt freuste dich nach dem Monsun über den ersten klaren, sonnigen und vor allem trockenen Tag. Unsere extremen Wetterlagen sind, wenn du so willst, eine Schule in Achtsamkeit."

UzB: "Wie habt ihr euch kennengelernt?"


Furat: "Eines Tages während dieser extremen Dürre, da stand plötzlich dieser Schnösel oben bei mir im Leuchtturm. Ich bin ja Leuchtturmwärter im Hafen. Sagte, der Stadtrat hätte ihn geschickt wegen der Wasserversorgung. Das war ungewöhnlich, normalerweise interessiert sich der Rat nicht groß für die Leute im Hafenviertel. Und dieser Schnösel war auch ungewöhnlich. So schnöselig war der dann nämlich gar nicht."

Sajit: "Ich war zu dem Zeitpunkt ja Schreiber im Stadtrat. Der Rat wollte, dass ich die Versorgungssituation im Hafenviertel überprüfe. Die Wasserversorgung. Die Dürre war hart, und der Bahir, große Strom, an dem unsere Stadt liegt, war vollständig ausgetrocknet. Bis dahin war ich selten im Hafen gewesen, hatte kaum Berührung mit den Bewohnern dort. Das Viertel hat keinen besonders guten Ruf. Dann hab ich Furat kennengelernt, der so etwas wie der Kümmerer im Hafen ist, der erste Ansprechpartner dort für Ratsangelegenheiten. Ich hab gelernt, dass die Leute im Hafen zwar arm sind, aber der Zusammenhalt unter ihnen groß ist. Dass sie zusammenhalten, gerade auch in der Krise. Das kann man bei Weitem nicht von allen Bürgern unserer Stadt behaupten."

UzB: "Furat, wie ist es von deinem Leuchtturm aus über Mesrée zu blicken? Kannst du mir den Blick beschreiben?"

Furat (fummelt ein Stück Trockenfleisch aus der Tasche und gibt es seiner Hündin): "Die Stadt erstreckt sich weit gen Osten, dominiert von der berühmten goldenen Kuppel des Ratspalastes. Auch die Kasernen stechen heraus, der Zentralspeicher am Ende des Aquädukts und auch die Gärten der Heilung. Und natürlich der Bazar, die mit Abstand größte unbebaute Fläche innerhalb der Stadtmauern. Ich bin der Einzige im Hafen, der hoch genug steht, um über die Mauer hinweg zu schauen. Der Hafen liegt jenseits der Stadtmauer, am östlichen Flussufer. Wenn sie uns die Stadtwache für eine Razzia durch das Nordtor schicken, sehe ich das meist zuerst. Dann warne ich diejenigen im Hafen, die, sagen wir: etwas zu verbergen haben."

UzB: "Sajit, du arbeitest als Schreiber im Stadtrat. Erzähl mir von deinem Job. Füllt er dich aus?"

Sajit: "In jüngerer Vergangenheit habe ich mich beruflich verändert. Aber ja, ich war viele Jahre Ratsschreiber. Ich hab das gerne gemacht, auch, wenn ich denke, ein Schreiber, der die Ratssitzungen protokolliert, würde genügen. Die Ratsherren fühlen sich halt gerne wichtig, und wenn zwei Federn übers Papier kratzen statt nur einer, sieht das wichtiger aus. Als Schreiber hab ich auch nicht nur im hohen Saal gesessen. Zwischendurch war ich auch immer auf Außeneinsätzen, z. B. auf den Feldern die Fortschritte beim Ackerbau überprüfen und festhalten. Der Rat weiß immer gerne Bescheid, wie die Ernten vermutlich ausfallen werden. Oder die Pegel des Wassers in den Zisternen protokollieren, vor allem während der Trockenzeit."

UzB: "Im Stadtrat bekommst du doch bestimmt so einiges mit, was andere nicht wissen dürfen, oder? Willst du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wir sind ja hier unter uns?"

Sajit: "Zu meiner Zeit als Schreiber hatte der Rat für mein Empfinden den Kontakt zu den Bürgern Mesrées verloren. Die Anliegen der Leute, ihre Nöte und Sorgen, waren für mein Gefühl oft nur vordergründig Thema. Dahinter gab es ein ständiges Gezerre um Macht, Geld und Einfluss. Politik eben. Politik, wie sie nicht sein sollte. Die Volksstimme war schwach geworden im hohen Saal. Das konnte auf die Dauer nicht gut gehen."

UzB: "Was sind eure Wünsche und Ängste für euch selbst und die Bewohner von Mereée?"

Furat: "Ich würde mir wünschen, dass der Hafen gleichberechtigt behandelt wird. Er ist vielleicht nicht das sauberste Viertel der Stadt, doch über drei Viertel des Jahres wickeln wir das Gros des Handels dort ab. Löschen die Schiffsladungen. Schaffen den ganzen Kram hinter die Stadtmauern. Der Bazar und die Geschäfte florieren – auch wegen uns. Wenn der Fluss dann während der Trockenzeit einige Wochen lang nicht mehr schiffbar ist, werden wir dem Rat schnell lästig. Wir bringen ihm dann nichts mehr ein. Sie versorgen uns dann nicht mal mehr mit dem Nötigsten: mit Wasser."

Sajit: "Privat wünsche ich mir nur ein friedliches Leben mit Misha, meiner Frau. Und für Mesrée ... Es ist eine wunderbare Stadt. Es sind wunderbare Menschen hier. Manchmal vergessen sie vielleicht, worauf es vor allem ankommt: Zusammenhalt. Miteinander. Die Dürre ist da jedes Mal wieder eine Prüfung. Wenn alles knapp wird, neigen die Leute eben dazu, nur noch an sich selbst zu denken, die Ellenbogen auszufahren. Das ist irgendwo menschlich, doch wenn wir hier im Delta überleben und weiter gedeihen wollen, müssen wir Hand in Hand arbeiten. Wie die ersten Siedler, die Nomaden, die hier sesshaft wurden. Die konnten sich einfach keinen Egoismus leisten, wenn ein Karren im Dreck steckte, haben alle mit angepackt. Beim nächsten Mal könnte es ja schließlich der eigene Karren sein ..."

UzB: "Furat, welche Charaktereigenschaften schätzt du an Sajit?"

Furat: "Er ist loyal, ehrlich, offen. Dabei klug und umsichtig. Und er hat die seltene Gabe, sich von Macht nicht korrumpieren zu lassen."

UzB: "Sajit, welche Eigenschaften nervend ich an Furat?"

Sajit (überlegt länger): "Wenn er seinen philosophischen Tag hat, kann man mit ihm einfach nicht vernünftig reden. Dann kannst du die profansten Dinge anschneiden, er wird dir immer mit einem Gleichnis antworten."

UzB: "Ist eure Geschichte mit "Die Stadt der stillen Wasser" beendet oder werden wir noch mehr von euch lesen können?"

Furat: "Irgendein Mist passiert doch immer in dieser Stadt. Im Augenblick läuft alles friedlich und rund. Aber schon morgen kann der Wasserschlauch ja schon wieder tropfen, wie wir hier so sagen."

Sajit: "Persönlich wäre mir am liebsten, die Geschichte wäre zu Ende. Dann hätten Misha und ich unsere Ruhe. Über friedliche Zeiten schreibt ja keiner. Doch ich traue dem Autor da nicht so recht über den Weg. Er scheint ganz versessen auf Konflikte zu sein. Und ich glaube, er hat sich sehr wohl gefühlt bei uns in Mesrée. Der kommt sicher noch mal wieder und stiftet Unfrieden."

UzB: "Sajit, Furat und natürlich Bira, ich freue mich, dass ihr meine Einladung angenommen habt. Es war ein schöner und interessanter Nachmittag. Gute Heimreise! Vielleicht komme ich euch bald besuchen!

Ein schöner und interessanter Nachmittag geht zu Ende. Seid ihr schon gespannt, wer mich als nächstes zum Tee besucht?

Zum Schluss habe ich noch das Rezept von Atayef für euch:

Zutaten (für 16 Stück)                        
Für den Pudding:                   
                                
600 ml Milch                                                                                                             
200 g Sahne                                                                                                             
70 g Zucker
60 g Speisestärke
1 TL Rosenwasser

Bild: GU - Wolfgang Schardt
Für den Teig:

600 ml Milch
150 g Mehl
150 g Weichweizengrieß
½ TL Trockenhefe
Salz

Für den Sirup:

150 g Zucker
2 EL Zitronensaft
1 TL Rosenwasser

Außerdem

100 g Pistazienkerne

Zubereitung:
  1. Milch, Sahne, Zucker, Stärke und Rosenwasser in einem Topf glatt verrühren. Unter Rühren aufkochen und kurz köcheln lassen, bis die Masse cremig ist. In eine Schüssel füllen, Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche legen und ganz auskühlen lassen. Dann noch ca. 30 Min. kühlen.
  2. Inzwischen Milch lauwarm erhitzen. Mehl, Grieß, Hefe und 1 Prise Salz in einer Schüssel mischen. Die Milch zugießen und alles zu einem glatten Teig verrühren. Zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 1 Std. gehen lassen.
  3. Zucker und 200 ml Wasser aufkochen und offen kurz köcheln lassen. Zitronensaft zugeben und ca. 5 Min. weiterköcheln lassen. Rosenwasser einrühren, abkühlen lassen.
  4. Den Teig kräftig durchrühren. Eine beschichtete Pfanne ohne Fett erhitzen, ½ Kelle Teig hineingeben und zu einem Kreis (11 cm Ø) verlaufen lassen. Von einer Seite backen, bis die Unterseite goldbraun ist. Aus der Pfanne nehmen, mit einem Geschirrtuch zudecken und abkühlen lassen. So insgesamt 16 Pfannkuchen backen.
  5. Pistazien im Blitzhacker mahlen und auf einen Teller geben. Je 2 gehäufte EL Pudding mittig in einem Streifen auf die ungebackene Seite der Pfannkuchen geben. Die Pfannkuchen über einer Hälfte zusammenfassen und die Ränder fest zu Tütchen zusammendrücken. Die Tütchen dann mit der offenen Seite in die Pistazien drücken, sodass der Pudding geglättet und mit Pistazien überzogen ist. Die Atayef kreisförmig auf einer Servierplatte anrichten und mit dem Sirup beträufeln.

    (Rezept von GU)
Einen schönen Sonntag
Eure Christine