Freitag, 1. Februar 2019

Ins Licht gerückt # 5 ~ Jadda Grönhoff ~ „Nachtmahr und Nebelnixe“

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In meiner Aktion "Ins Licht gerückt"stelle ich euch immer wieder Autoren und Autorinnen vor, die noch nicht so bekannt sind, die es aber wert sind, ins Licht gerückt zu werden.

Heute möchte ich euch Jadda Grönhoff und ihren Roman "Nachtmahr und Nebelnixe" vorstellen, der beim Drachenmondverlag erschienen ist. Eine düstere, geheimnisvolle und brutale Geschichte, die aber durch die märchenhaften und romantischen Elemente eine besondere und fesselnde Mischung erschafft.

Cover: Drachenmondverlag

Und darum geht es in dem Buch:

Aus dem Wasser verbannt und in der Menschenwelt gestrandet, will die Nixe Mialeena nie wieder über die Bluttat sprechen, die einst ihr Leben zerstörte. Ihr Schweigen könnte jedoch jemandem das Leben kosten: ihrer großen Liebe Ben. 
All ihren Mut zusammennehmend, bricht sie mit ihren engsten Vertrauten nach Irland auf – und kehrt damit an den Ort zurück, an dem die Dunkelheit zu ihrem Begleiter wurde. 
Mit jedem Schritt in Richtung Vergangenheit zieht sich die Schlinge um Mialeena fester zu. Ihr unheimlicher Widersacher ist enger mit ihr verbunden, als sie glaubt, und weder ihr noch Bens Entkommen ist in seinem Spiel vorgesehen ...



Wirklich eine tolle Geschichte. Sie verbindet fantastische, märchenhafte, magische, geheimnisvolle, rätselhafte und düstere Elemente mit einem Hauch Humor und Romantik. Aber auch die Gefahr und eine gewisse Brutalität schweben über dem Ganzen und geben der Geschichte einen ganz besonderen Touch.

Meine Rezi findet ihr hier.

Um euch die Autorin ein bisschen näher zu bringen, habe ich ihr ein paar Fragen über sich selbst und ihr Buch gestellt.


Beschreibe dich mit 5 Worten.

Rothaarige Riesin mit weichem Kern 

Lesen bedeutet dir...

Lesen ist für mich Entspannung, Ablenkung, Abschalten vom Alltag. 

Schreiben bedeutet dir...

Schreiben ist für mich das Entdecken neuer Personen und Welten. Es fordert Herz und Kopf gleichermaßen, muss logisch und zugleich chaotisch ablaufen … herrlich. Es befriedigt die Neugier und macht immer Lust auf mehr ... Meine Droge quasi. 

Bei deinem Roman "Nachtmahr und Nebelnixe" hast du märchenhafter Elemente und Sagengestalten mit der  Realität verwoben und zu einem düsteren Märchen verknüpft. Was hat dich dazu bewogen in die Märchenwelt speziell in die Nixenwelt einzutauchen?

Tatsächlich hat mich eine bestimmte Szene zwischen Ben und Mialeena in die Welt der Nixen gelenkt - sie war die erste, die ich damals vor ein paar Jahren geschrieben habe. Ab da war klar - es wird eine Nixe geben und es wird einen neugierigen Menschen geben, der sie fängt und wieder freilässt. Alles Weitere ergab sich dann - ich habe mir also nicht überlegt, ach, schreib doch mal was mit Nixen. Eher anders herum - oh, da spielt eine Nixe mit. Na, wird's wohl ein Buch über Meeresbewohner ... 

Liest du selbst gerne Märchen und Geschichten, die auf märchenhaften Elementen basieren? Was ist dein Lieblingsmärchen?

Tatsächlich ist "Die kleine Meerjungfrau" in der nicht weichgespülten Version eines meiner Lieblingsmärchen. Oder die griechischen Sagen, in denen Sirenen eine Rolle spielen ... Ja, ich mag Märchen und ihre mehr oder weniger versteckten Botschaften. Sofern man sich Entstehungszeit und die vorherrschenden gesellschaftlichen Normen vergegenwärtigt, kann man spannende Schlüsse draus ziehen. Also ja, mit klassischen Märchen und Sagen kann ich durchaus etwas anfangen. Die ganz modernen Adaptionen sind nicht so meins.

"Nachtmahr und Nebelnixe" ist sehr düster, die Gemeinschaft der Nixen wird nicht unbedingt in einem guten Licht dargestellt. Hier ist wenig von "Arielle" zu finden und mehr von den alten Volksüberlieferungen, die in den Wasserwesen die Gefahr sehen. Welche Bedeutung haben die Nixen und Wassergeister für dich?

„Bedeutung“ ist so ein gewichtiges Wort. Nixen „bedeuten“ mir nichts, aber ich mag es, mich in fremde Wesen und Welten hineinzuarbeiten. Außerdem gefällt mir dieser Widerspruch zwischen sagenhafter Schönheit und einem ganz und gar nicht wundervollen Charakter - gerade Nixen werden ja häufig als überirdisch schön beschrieben. 
Abgesehen davon habe ich mir immer schon gern Geschichten mit Nixen ausgedacht. Vielleicht, weil ich das Meer so mag und ich die Vorstellung, die Welt unter Wasser mit eigenen Augen entdecken zu können, sehr faszinierend finde.

Trotz der düsteren Atmosphäre spielt hier auch die Liebe eine Rolle. Mialeena nimmt dafür ein schreckliches Schicksal und einen Kampf ums Überleben auf sich. Aber für was - wenn nicht für die Liebe - lohnt sich das alles? Wie stehst du zu Romantikanteilen in fantastischen Geschichten? Gehören sie auf jeden Fall immer dazu -wenn auch nur leicht angehaucht - oder geht es auch ganz ohne?

Für mich geht es auch vollkommen ohne Romantik. Obwohl ich ein leises Prickeln zwischen den Protagonisten schon schön finde. Es muss nicht einmal zum Kuss oder mehr kommen - manchmal ist ein Händchenhalten viel berührender. Letztlich muss es passen. Vor allem muss eine Geschichte für mich insgesamt Emotionen und Gedanken transportieren können – welcher Natur die sind, ist zweitranging. Aber kaum etwas macht (für mich) Bücher unspannender als platte, nicht zur Person passende Gefühle. 

Welche Richtung möchtest du bei deinen weiteren Büchern einschlagen? Gibt es ein Genre das du bevorzugst oder an das du dich gar nicht wagen magst?

Ich gebe mir Mühe, weiterhin lebendige Charaktere mit Ecken und Kanten zu schaffen. Die machen nämlich auch beim Schreiben am meisten Spaß. Und es wird immer auch etwas Düsteres in den Geschichten geben, schätze ich, und auch hier und da eine Botschaft "dahinter". Dem Genre Fantasy werde ich aber treu bleiben. Zu sehr fasziniert mich diese Welt, die parallel zu unserer existieren könnte ... 

Einen politischen Thriller wird es von mir vermutlich niemals geben. Und auch an historische Romane traue ich mich nicht heran. Respekt, wer sich in all die Daten und damaligen Begebenheiten einarbeitet!

Was liest du selbst gerne? Hast du einen Lieblingsautoren/eine Lieblingsautorin? 

Ich lese so ziemlich alles. Meistens Thriller und Fantasy jeglicher Richtung, ab und zu historische Romane, Romantisches, Erotisches, Gruseliges. Krimis und reine Liebesgeschichten locken mich eher nicht. Lieblingsautoren habe ich tatsächlich keine. Wenn ich ein Buch gut fand, gucke ich mir die anderen Werke der- oder desjenigen an, aber letztlich müssen mich der Klappentext und die ersten paar Seiten überzeugen. Und da bin ich wirklich wählerisch. Wenn das aber stimmt, dann bin ich dabei ! 

Wer oder was hat dich zum Schreiben gebracht?

Ich nehme an, die frühe Bücherlesesucht hat gewisse Weichen gesetzt. Bei manchen Büchern fand ich bestimmte Szenen oder das Ende blöd, sodass ich überlegt habe, wie es mir besser gefallen würde. Da sind vermutlich die ersten Ideen entstanden.
Als ich noch nicht schreiben konnte, habe ich meine Geschichten einem Erwachsenen diktiert, die ersten Geschichten habe ich dann später noch auf einer alten Schreibmaschine getippt, bis es endlich einen PC in Hause gab. Und seit damals schreibe ich so vor mich hin…

Wie sieht dein perfekter Schreibtag aus? Hast du einen Lieblingsplatz, an dem du schreibst?

Tatsächlich habe ich keine festen Schreibtage, eher Schreibphasen. Es muss nicht einmal ruhig um mich herum sein, aber ich muss mich in mich selbst zurückziehen können. Ich kann Geräusche und Menschen ziemlich gut ausblenden. Auch einen Lieblingsplatz habe ich daher nicht - gern auf dem Sofa, aber auch im Zug, auf dem Balkon, im Bett ... Wenn der Laptopakku voll ist und die Ideen da sind, ist mir fast alles recht.

Was ist der größte Störfaktor, was hält dich vom Schreiben ab?

Ehrlich gesagt, wenig. Wenn ich eine Idee oder Szene schnell skizzieren muss, tippe ich sie überall ins Handy, egal, ob bspw. im Zug um mich herum ein Kegelverein sitzt, der lautstark zu seiner Mallorcatour aufbricht. (Ja, als Pendler kriegt man seltsame Dinge mit ...)
Was tatsächlich die Muse verjagt, ist Stress. Wenn die Gedanken sich an irgendeiner Sache aus dem "echten" Leben festgebissen haben, finde ich selten die Ruhe, in meine Protas abzutauchen. Oder es kommen dann richtig fiese Szenen bei rum. 

Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Jobtechnisch arbeite ich in einem Fachverlag. Da verbringe ich also die meiste Zeit des Arbeitstages. Ansonsten zeichne ich gern in der Freizeit, "vernetflixe" hin und wieder nen ganzen Nachmittag, gehe ab und an zum Sport und habe ja auch noch Freunde und einen Partner, der Aufmerksamkeit verdient ;-)

Und nun geht's ans Eingemachte. Was sind deine Schwächen?

Tjaaaaaa ... Ich schiebe manchmal gerne Dinge auf, bis es kurz vor knapp ist - dabei plane ich eigentlich gern und auch ziemlich gut. Vielleicht sollte ich mir abgewöhnen, so viel Puffer einzukalkulieren ... den nutze ich nämlich dann auch aus. Und ich bin manchmal ungeduldig mit anderen. Aber ich übe mich Geduld, wuuuusaaaaa …
Außerdem - Süßigkeiten. Große Schwäche. Aber eine, die mir schmeckt.

Beschreibe dein Buch "Nachtmahr und Nebelnixe"  in höchstens 3 Sätzen.

Eine eingeschüchterte Nixe versucht, ihre Vergangenheit zu ignorieren und stellt fest, dass sie ihre Wunden öffnen muss, um sie endgültig abheilen zu lassen. Sie wächst über sich hinaus und kämpft für das, was ihr wichtig ist - ihre Freiheit im Kopf und nicht zuletzt um ihre Liebe ... 

An welchen Buchprojekten arbeitest du zur Zeit, auf welche kommenden Projekte können sich deine Leser freuen?

Im Augenblick habe ich ganz frisch etwas angefangen, von dem ich noch nicht ganz weiß, wohin die Reise geht. Eine ausgestoßene talentfreie Hexe, ihr geheimnisvoller Dealer-Kumpel, in den sie ein bisschen verknallt ist und ein Familienpakt, den es zu ergründen gilt, bevor es eine Katastrophe gibt ... Ich mag ja skurile, düstere Charaktere. Mal gucken, worauf das alles hinausläuft.
Ansonsten wartet noch ein Spinoff zu meiner Blutsilberreihe darauf, fertig geschrieben zu werden und ein Buch über einen Windelementar ... 

Und zum Abschluss noch ein Quickie:

- Tee oder Kaffee? Tee! 
- Morgenmensch oder nachtaktiv? Weder noch. Ich hasse es aufzustehen, ich gehe aber auch liebend gern früh ins Bett. Schlafen ist toll ...
- Meer oder Berge? Meer. Obwohl ich mittlerweile auch die Berge zu schätzen weiß. Aber gegen das Rauschen der Wellen und den Geruch der Luft dort kommt nichts an.
- Film oder Buch? Was für eine Frage ... 
- Schokolade oder Gummibärchen? Ich muss mich entscheiden? Ich liebe Süßkram! Aber wenn ich wählen müsste, dann Schokolade. Egal, in welchem Aggregatzustand.

Liebe Jadda, ich danke dir vielmals für deine Zeit und deine Kooperation. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit seinen Büchern und viele neue Ideen!

Kommentare:

  1. Huhu Christine,

    wow Danke! Danke für den Tipp! "Nachtmahr und Nebelnixe" klingt echt gut! Wie konnte ich das bis jetzt nicht sehen? Also das Buch...ich weiß nicht warum, aber irgendwie ist es bei mir total vorbeigegangen.
    *Schwupps* und schon ist es auf der WuLi gelandet!
    Danke!

    Alles Liebe,
    Tina
    von Tianas Bücherfeder

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    1. Es ist wirklich mal ein etwas anderes und düsteres Märchen! Bei mir gehen bei der Masse an Büchern, die so erscheinen auch immer einige vorbei. Man kann aber auch nihct alle lesen - obwohl ich das gerne würde ;-)

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