Donnerstag, 7. Februar 2019

Über Italien, die Toskana und kulinarische Genüsse ~ Buchvorstellung und Interview zu „Das Lied der Toskana“ von Julia K. Rodeit

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Bella Italia, la Dolce Vita, Sommer, Sonne, Strand und Meer, Pizza und Pasta, Eis, Wein und Weinberge, alte Weingüter, Zypressen, Oliven, Alpen, Seen, Stiefel, historische Städte, Kunst - das sind meine ersten Gedanken wenn ich an Italien denke.

Julia K. Rodeit hat mich mit ihrem Buch „Das Lied der Toskana“ gedanklich nach Italien, genauer gesagt in die Toskana, reisen lassen. Vor Jahren war ich einmal dort und habe mich in die Gegend verliebt. Nachdem mich das Buch so begeistert hat, bin ich schon daran einen Urlaub im Herbst dort zu planen.

Die Toskana hat viel zu bieten, ist sehr abwechslungsreich, eine malerische Landschaft und zauberhafte Region. Von geschichtsträchtigen Städten und bekannten Bauten, über sanfte, hügelige Landschaften, große Wald- und Weinregionen, alte Olivenhaine mit knorrigen Bäumen und verwinkelte kleine Örtchen bis hin zu traumhaften Stränden hat diese Region für jeden etwas im Angebot.


Julia K. Rodeit entführt ihre Leser in einen kleinen Ort inmitten der Toskana, in eine kleine Gästepension inmitten der Weinberge und eine alte Olivenplantage.

Wild und ursprünglich zeigt sich das Landschaftsbild, dünn besiedelt und von beeindruckender Schönheit - daneben die kulturell bedeutsamen Städte wie Florenz, Pisa und Siena. Wie gemalt wirkt sie mit ihren grünen Hügeln, den Zypressenalleen und historischen Dörfern. Im Gegensatz zu den überfüllten Stränden Italiens im Hochsommer findet man in der Toskana bis zu 2.000 Meter hohe Berge und einsame Täler, archäologische Schätze, Spuren der Griechen, Etrusker und alten Römer.

Kulinarischer Schnickschnack und Modeerscheinungen sind hier nicht zu finden. Kochen wie bei Mutter und Großmutter ist hier angesagt. Saisonale Kost mit rustikalen und regionalen Aromen prägen die Gerichte. Traditionelle, seit Generationen überlieferte Rezepte sind die Grundlage der bekannten Küche. Die Weinanbaugebiete zählen zu den besten und bekanntesten der Welt.

Auch in „Das Lied der Toskana“ wird ausgiebig gekocht. Am Ende des Buches sind ein paar Rezepte zu finden, die in der Geschichte eine Rolle spielen.

Die Autorin versteht es mit ihrem plastischen und schönen Schreibstil die Umgebung sehr anschaulich und lebendig zu beschreiben, so dass ich ein deutliches Bild vor Augen hatte. Es ist schon eine Weile her, das ich in der Toskana war, aber ich konnte ganz deutlich die Sonne auf meiner Haut spüren, die Olivenbäume, die Plantage, die Pension und die Natur vor mir sehen, bin mit dem Fahrrad durch die Felder gefahren und habe den Wein aus dem alten Keller genossen. Wenn ich die Augen geschlossen habe hatte ich wirklich das Gefühl dort zu sein, mit allen Sinnen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. 

Meine Rezi findet ihr hier.

Ich habe die liebe Julia K. Rodeit ein bisschen zur Entstehung ihres Buches ausgequetscht. Bald werdet ihr auch noch ein ausführlicheres Interview mit ihr auf meinem Blog finden. Ich freue mich, dass sie sich bereit erklärt hat, mir die ein oder andere Frage zu beantworten:

Wie kam die Idee zum Titel? Stand er von Beginn an fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses entwickelt?

Der Titel stand relativ schnell fest, weil es ja um eine Sängerin geht und ich mir die Toskana auch als Lied vorstellen kann. Das Summen der Bienen und Hummeln, ein laues Lüftchen durch die Blätter, Blüten, die sich sanft im Wind wiegen, Vögel, die zwitschern. Das ist Lebensfreude. Und dann war der Titel ganz schnell da.

Hattest du von Anfang an eine genaue Vorstellung vom Cover?

Ja, auch da wusste ich genau, wie es aussehen sollte. Ich wollte Weinberge und hatte auch eine recht genaue Vorstellung davon, wie Nonnas Pension aussehen sollte. Da war es nur noch ein kleiner Schritt bis zum endgültigen Cover.
 

Das Buch spielt in der Toskana. Warst du selbst einmal dort oder hast du die Recherche anderweitig betrieben?

Ich glaube, einen Ort muss man erleben, um darüber schreiben zu können. Man muss ihn fühlen, riechen, hören. Einfach erleben. Erst dann kann man auch darüber schreiben. Insofern glaube ich, dass man in einem Buch nur etwas vermitteln kann, das man selbst gesehen und erlebt hat. Es geht ja auch um Stimmung. Und die steckt oftmals zwischen den Zeilen.


Deine Bücher spielen in verschiedenen Ländern. Hast du ein Lieblingsland, ein Lieblingsreiseziel?

Nein. Jeder Ort kann etwas Besonderes haben. Das meine ich mit „Stimmung“ und „erleben“. Und das wird man immer wieder fühlen, wenn man dort ist.

Mir ging es aber auch schon andersherum. Ich hatte eine Vorstellung von einem Ort, die sich im Laufe der Jahre aus Erzählungen und Berichten gebildet hatte. Und wenn ich dann dort war, war das mit Erwartungen verbunden, die nicht selten enttäuscht wurden. Das ist dann natürlich weniger schön. Meist liegt das aber auch daran, dass die Stadt oder der Ort wie tot sind. Sie vermitteln nichts, haben keinen eigenen Charakter.

Woher kam die Idee zu dem Buch?

Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr. Ich glaube, da war die Idee einer Sängerin, der alles zu viel wird. Bei mir müssen solche Geschichten immer reifen. Das dauert ziemlich lange. Aus der Idee wird mehr, das wird verworfen, dann kommt etwas anderes hinzu. Ich wälze das solange, bis es mir gefällt. Und am Ende weiß ich gar nicht mehr, ob zuerst der Ort oder die Protagonistin da war. (Für spätere Fragen darfst Du mich gern daran erinnern, dass bei dem Roman, den ich jetzt schreibe, zuerst das Setting da war. Pst … Das ist ein Pferdehof! ;) )

Beschreibe dein Buch mit 3 Sätzen.

Die Sängerin Franzi hat alles, was sie braucht, um vermeintlich glücklich zu sein: beruflichen Erfolg, Anerkennung und Liebe. Doch scheinbar ist das nur oberflächlich, denn nach einem Zusammenbruch wird ihr Leben gehörig auf den Kopf gestellt. All das vor der wunderbaren Kulisse der Weinberge inmitten der Toskana.

Hast du eine Lieblingsstelle oder ein Lieblingszitat im Buch? Verrätst du es uns?

Da gibt es mehrere. Beim Schreiben konnte ich ein paarmal herzhaft über Giulia lachen. Franzis Freundin. Sie hat plötzlich so viel und ohne Punkt und Komma geredet. Das war einfach herrlich!

Aber ich mochte auch die Stelle, als unversehens Besuch in den Kuss geplatzt ist (darf ich jetzt nicht verraten) und Franzi fürchterlich erschrocken ist.

Wie würden deine Protas dich mit 5 Adjektiven beschreiben?

Koffeinsüchtig, zielstrebig, mit einem Herz für die Protagonisten, verzweifelt, wenn die sich verselbständigen, leidensfähig.

Hast du die Rezepte, die im Anschluss an den Roman zu finden sind, selbst ausprobiert? Kochst und backst du gerne?

Ich koche und backe für mein Leben gern! Immer schon! Und natürlich sind in den Büchern nur Rezepte, die mir selbst schmecken, und selbstverständlich ist alles vorgekostet.

Isst du gerne italienisch?

Und wie. Aber nicht nur Pizza und Pasta, sondern auch die anderen Dinge, die es in Italien gibt. Ich liebe beispielsweise Antipasti und könnte mich auch nur davon ernähren. Dazu ein Glas Wein und der Sonnenuntergang in den Weinbergen. Damit kann man mich glücklich machen.

Was verbindest du persönlich mit der Toskana oder Italien im Allgemeinen?

Toskana und Italien sind für mich zwei verschiedene Dinge. Italien ist mehr als die Toskana. Aber die Toskana ist auch mehr als Italien. Das klingt jetzt komisch, aber wer an Italien denkt, denkt nicht in erster Linie an die Toskana. Für mich ist die Toskana fast etwas Eigenständiges. Mit einer ganz einzigartigen Landschaft. Toskana ist für mich „la dolce vita“. Mehr als es Italien jemals sein könnte.


Und darum geht es in "Das Lied der Toskana":


Francesca Marino ist eine gefeierte Sängerin in Deutschland. Eigentlich könnte ihr Leben perfekt sein, als ihr Lebensgefährte, ein aufstrebender Politiker, ihr einen Heiratsantrag macht.


Doch dann erleidet Franzi einen Zusammenbruch und unversehens findet sie sich in der Toskana wieder. In der Pension ihrer Nonna, die sie zuletzt als kleines Kind besucht hat.


Hier ist das Leben beschaulicher. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Alessio auftaucht. Er hat ihr das Leben als Kind schon zur Hölle gemacht und Franzi sieht dem Wiedersehen mit gemischten Gefühlen entgegen. Auf ungewohnte Weise lässt er ihr Herz jedoch höher schlagen.


Dann holt beide die Vergangenheit ein und stürzt sie in ein unbeschreibliches Gefühlschaos. Während Franzi sich mit der Frage konfrontiert sieht, was ihr in ihrem Leben wirklich wichtig ist, kämpft Alessio mit seinen eigenen Dämonen. 


All das vor der wild romantischen Kulisse der Toskana und dem süßen Dolce Vita.


Vielen Dank liebe Julia, dass du dich meinen Fragen gestellt hast und ich dein Buch auf diese besondere Weise präsentieren durfte.

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