Mittwoch, 13. März 2019

Rezension zu „The Hurting“ von Lucy van Smit

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Rezension zu 
„The Hurting“ 
von Lucy van Smit
Cover: Chickenhouse





Buchdetails

ISBN: 9783551521125
Sprache: Deutsch
Fester Einband 368 Seiten
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 28.02.2019








Inhalt:

Nordic Noir trifft auf Brontës Sturmhöhe. Nell glaubt nicht an Liebe auf den ersten Blick – bis sie Lukas begegnet. Dem attraktiven und irgendwie wilden Jungen im Wolfsmantel. Mit Lukas wird ihr Leben schöner, mit ihm kann sie glücklich sein. Doch Lukas verfolgt einen finsteren Plan und als Nell das begreift, ist sie schon mitten im Nirgendwo, hat ein Kind entführt und wird von der Polizei gesucht. Und hier, in der Einsamkeit norwegischer Wälder, beginnt für sie ein Überlebenskampf - gegen die Natur, gegen Wölfe, gegen den Schmerz und gegen den Jungen, den sie liebt.Dieser Geschichte kann man sich nicht entziehen. Sie wühlt auf, sie überrascht und sie zerreißt einem das Herz!

Meine Meinung:

Der Schreibstil war leicht verständlich, allerdings auch etwas spannungsarm und zähflüssig.

Die Geschichte startet spannend mit dem Prolog. Danach flaut sie aber sehr ab, schreitet ruhig und gemächlich, ja fast langweilig dahin. Hier habe ich mir bei einem Thriller einfach mehr gewünscht, mehr mitreißende Emotionen, mehr Spannung und Action. Erst später wurde die Story etwas aufregender. Die ganze Handlung war für mich sehr vorhersehbar, von Lukas Verhalten, seinem Vorhaben bis hin zum Geheimnis um Nells Mutter. Das alles war sehr schnell zu durchschauen.

Nell tat mir unheimlich leid. Wie sie von ihrem Vater und von ihrer Schwester behandelt wurde war einfach schrecklich und grausam. Sie ließ alles mit sich machen, hat alles verziehen, nur um wahrgenommen zu werden, zu gefallen und für die Hoffnung auf ein bisschen Liebe. Wirklich erschreckend und traurig. Mit der Schwester hatte ich überhaupt kein Mitleid, auch wenn sie sehr krank war und es eigentlich verdient hätte, aber durch ihr egoistisches Verhalten hat sie meine Sympathie verwirkt. Ebenso der trinksüchtige Vater, der überall seine Jesusbilder verstreut hat und nicht in der Lage war, sich um seine Kinder zu kümmern. Deshalb war es für mich auch nicht verwunderlich, dass sie so sehr auf Lukas und seine Freundlichkeit hereingefallen ist und am Anfang alles gemacht hat, um ihm zugefallen und seiner Liebe sicher zu sein. Ihren Charakter empfand ich als sehr realistisch dargestellt, da solche Kinder mit diesem Hintergrund prädestiniert und leichte Opfer sind. Ihre Naivität, auch wenn sie mich wirklich genervt hat, war dadurch aber sehr vorstellbar. Der Wandel der Familienkonstellation am Ende war für mich nach diesem lieblosen Verhalten im Vorfeld nicht nachvollziehbar und ging mir zu schnell und unglaubwürdig.

Spannend fand ich die kurzen Einblicke in Lukas Gedanken. Die wenigen, sehr kurzen Kapitel aus seiner Sicht waren faszinierend, interessant und haben der Handlung einen gewissen Kick gegeben. Seine Gefühle und Gedankengänge waren sehr erschütternd und verstörend, haben aber auch sein Verhalten wenigstens teilweise erklärt und nachvollziehbar gemacht. Er war dennoch sehr undurchsichtig und seine Gefühle sehr verwirrend und widersprüchlich. Er hat ein schweres Los gezogen, viel Leid erleben müssen und einfach Hilfe von außen gebraucht, um mit diesen Misshandlungen, Zuständen seines Aufwachsens und dem Wandel umgehen zu können. Das entschuldigt nichts, lässt aber tief in die Psyche und Seele blicken.

Dieser Jugendthriller mag für jüngere Leser nicht ganz so vorhersehbar sein und sicher zu packen vermögen, mir war aber zu spannungsarm und teilweise langatmig. Die Hintergründe hingegen, die zu dem Verhalten der Protagonisten geführt haben, konnten mich erreichen und waren spannend und nachvollziehbar.

Fazit:

Ein Jugendthriller mit spannenden Konstellationen und Hintergründen, der aber im Handlungsverlauf zu vorhersehbar und zäh war.
★★★☆
3 von 5 Sternen

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