Mittwoch, 16. August 2017

Meine Tochter und die guten alten Klassiker #1

Hallo Ihr Lieben,

wie in meinem kürzlich veröffentlichen Beitrag Der Zahn der Zeit - Kinderbücher früher und Kinderbücher heute angekündigt, werde ich euch einige der älteren Bücher, die ich gemeinsam mit meiner Tochter in letzter Zeit aus der Oetinger Verlagsgruppe gelesen habe, näher vorstellen. 

Im Vergleich dazu präsentieren wir in den nächsten Tagen auch ein paar aktuelle Bücher. In allen ist natürlich auch die ehrliche Meinung meiner Tochter enthalten. Denn schließlich handelt es sich ja hier um Kinderbücher und hierbei sollte schließlich die Ansicht der Kinder zählen.

Bei uns hat diese Woche die Schule wieder begonnen und meine Tochter kam mit einem Zettel nach Hause, der genau zu diesem Thema passt. Betitelt war er mit "Lesenswerte Literatur" und führte unzählige Bücher auf, die die Kinder gelesen haben sollten.
Wisst ihr, was ich mit diesen Empfehlungen gemacht habe?
Ich habe sie in den Müll geworfen.
Denn es waren abgesehen von Harry Potter nur uralte Schinken aufgeführt, die meine Tochter niemals lesen wird (bzw. teilweise schon ungern gelesen hat) - angefangen von Astrid Lindgren über Erich Kästner bis hin zu Michael Ende. Es sind ein paar schöne Bücher dabei, die ich als Kind gelesen habe. Aber meine Kinder sind davon nicht mehr allzu sehr  begeistern.
Was mich zur nächsten Frage bringt: Gibt es keine aktuelle lesenswerte Literatur für Kinder und Jugendliche?
Aber dies ist ein anderes Thema und vielleicht scheibe ich auch darüber nochmal einen separaten Beitrag.


Heute beginnen wir mit einem echten Klassiker aus dem Jahr 1933, den wohl fast jeder kennt. Das Buch wurde mehrmals verfilmt. Gehört hat jeder schon davon. Meine Tochter musste es für die Schule lesen.

„Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner


Text von Erich Kästner
Einband und Illustrationen von Walter Trier

Gebundene Ausgabe: 175 Seiten
Verlag: Dressler Verlag; Auflage: 169. (2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791530151
ISBN-13: 978-3791530154
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre



"Der Ernst des Lebens beginnt wirklich nicht erst mit dem Geldverdienen. Er beginnt nicht damit und er hört nicht damit auf. Ich betone diese stadtbekannten Dinge nicht etwa, dass ihr euch einen Stiefel darauf einbilden sollt, bewahre! Und ich betone sie nicht, um euch Bange zu machen. Nein, nein. Seid glücklich, so sehr ihr könnt! Und seid lustig, dass euch vor Lachen der kleine Bauch weh tut!"

In dieser klassischen Internatsgeschichte, die Erich Kästner selbst für sein bestes Kinderbuch hielt, wird deutlich, dass die Kindheit nicht nur "aus prima Kuchenteig gebacken" ist. Mit leiser Melancholie und warmem Humor erzählt Kästner von den Abenteuern der Internatsjungen und lässt uns ihre kleinen und großen Sorgen verstehen. (Quelle: Oetinger Verlagsgruppe)

Und darum geht's:

Seit Jahren sind die Schüler aus dem Internat Kirchberg und von der benachbarten Realschule verfeindet. Beide Gruppen denken sich die verrücktesten Streiche aus, um die anderen zu ärgern. Als die Realschüler die Diktathefte der Gymnasiasten klauen und dabei auch noch einen Schüler gefangen nehmen, hört der Spaß allerdings auf: Uli, Matthias und ihre Freunde fordern die Realschüler zum alles entscheidenden Kampf auf.

Die Geschichte beginnt kurz vor den Weihnachtsferien in einem gymnasialen Internat. Hauptpersonen sind fünf befreundete Internatsschüler, die für die Weihnachtsfeier ihr Theaterstück "Das fliegende Klassenzimmer" proben. Die Freunde erleben die Vorweihnachtszeit auf sehr unterschiedliche Weise, begründet durch die sozialen Unterschiede und die verschiedenen Familiengebilde.
Rudi wird mit den Diktatheften seines Vaters von den Schülern der verfeindeten Realschule entführt. Der Nichtraucher schlägt vor, dass der stärkste Realschüler gegen den stärksten Gymnasiasten  kämpft und der Sieger des Kampfes auch der Sieger des Schulkrieges ist. Doch obwohl die Realschüler verlieren, halten sie sich nicht an die Abmachung und lassen den Gefangenen nicht frei. Die fünf Gymnasiasten müssen Rudi mit Gewalt befreien. Doch die Diktathefte wurden verbrannt. Durch den Hauslehrer droht Bestrafung.
Auch die Proben für das Stück, Mutproben eines Schülers und die doch noch mögliche Heimfahrt eines Schülers in den Ferien spielen eine Rolle. Eine Geschichte über Freundschaft und Mut, in der auch Familie thematisiert wird.

Meine Tochter sagt zu dem Buch:

Das Buch hat mir nicht so gut gefallen, weil die Sprache so alt, die Satzstellung so komisch ist und ich manche Wörter nicht verstanden habe. Was mir am allerwenigsten gefallen hat ist, dass nicht ein einziges Mädchen in der Geschichte vorkommt. Es geht nur um Jungs. Außerdem war die Geschichte langweilig, es ist gar nichts Spannendes passiert. 

Ich musste meine Tochter richtig zwingen, das unzeitgemäße und in ihren Augen langweilige Buch zu lesen. Aber leider muss ich ihr zustimmen. Dies ist keine Geschichte mehr für diese Zeit. Zu langweilig und spannungsarm und die Rollenverteilung lässt wirklich zu wünschen übrig. Die Geschichte spielt einfach in einer Zeit, die ich selbst nur aus Erzählungen kenne und die für unsere Kinder noch schwerer zu verstehen ist. Dazu die altmodische und schwer verständliche Sprache, die auch nicht zum unterhaltsamen lesen einlädt.

Schade, dass dieser Klassiker bei uns so schlecht abschneidet, aber er hat einfach nicht unseren Geschmack getroffen. 

Eure Christine und
Lara

Kommentare:

  1. Hy!

    Schade, das euch die Geschichte nicht gefallen hat. Ich hoffe, das es bei den anderen Büchern besser war.

    lg backmausi81

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Christine und Lara,

    man muss sich mal vorstellen, wann das Buch geschrieben wurde. Ich habe gerade einen Roman (aber für Erwachsene) auch aus der Zeit gelesen und die Sprache war eher veraltet. Sie war sehr poetisch und bildhaft, und mir gefällt auch solche "altertümliche" Sprache sehr gut;
    vielleicht wird es Lara später mal so gehen, vielleicht auch nicht.
    Seltsam, dass es von Kästner keine Neuauflage gibt mit einer sprachlichen Anpassung.
    An der Geschichte selber ändert das natürlich nix. Muss gestehen, ich hab einige Kästner gelesen, aber diesen hier nicht; hab nur mal in die Verfilmung reingeguckt und fand es aus den gleichen Gründen "doof" wie Lara: nur Jungs, die komische Sachen tun :D
    Lest ihr auch Hanni und Nanni? Das hab ich früher am meisten gelesen und mich würde die Meinung interessieren. Gibt da ältere und neuere Bände, vielleicht gelang da ja die Modernisierung?
    Grüße
    Daniela

    AntwortenLöschen