Samstag, 10. August 2019

Rezension zu „Das Glück hat viele Seiten“ von Ella Zeiss

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Rezension zu 
„Das Glück hat viele Seiten“ 
von Ella Zeiss
Cover: Bastei Lübbe






Buchdetails

ISBN: 9783404178476
Sprache: Deutsch
Flexibler Einband 352 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 31.07.2019







Inhalt:

"Bücher berühren die Seele. Sie erden uns und lassen uns gleichzeitig fliegen."

Ein Laden voller verstaubter Bücher in einem Dorf in der Eifel - was hat Tante Marlies sich nur dabei gedacht, ihr Geschäft ausgerechnet Hannah zu vererben, die seit Jahren kein Buch mehr angerührt hat? Zum Glück ist mit dem attraktiven Geschäftsmann Ben schnell ein Käufer gefunden. Als Hannah jedoch von seinen Plänen für den Laden erfährt, setzt sie alles daran, den Verkauf noch zu verhindern. Denn sie ist längst wieder der Magie der Bücher erlegen. Rasch entbrennt ein Kampf um die Zukunft des Buchladens, bei dem zwischen Hannah und Ben heftig die Funken fliegen.


Meine Meinung:

Der Schreibstil ist wundervoll und angenehmen, locker und leicht, schnell und flüssig zu lesen. Der Einstieg in die Handlung ist mir sehr leicht gefallen. Die Seiten sind nur so dahin geflogen, ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen.

Die Handlung und deren Verlauf haben mir sehr gut gefallen. Eine turbulente Liebesgeschichte, bei der ich schmunzeln musste. Der Buchclub war einfach grandios, die Damen waren wunderbar. Gemeinsam mit Hannah versuchen sie den Verkauf des Buchladens rückgängig zu machen. Und zu was für Methoden Hannah da greift. Zwar ein bisschen naiv und blauäugig, aber definitiv unterhaltsam und witzig.

Ben wurde im Laufe der Geschichte immer sympathischer, auch wenn er sich Hannah gegenüber echt fies benommen hat. Aber die beiden haben sich gegenseitig nichts gegeben. Allerdings hätte ich gerne mehr über ihn und seinen Hintergrund erfahren, der ist etwas blass geblieben.

Ein Buch voller Emotionen. Ich war wütend auf Ben, habe über die Naivität von Hannah den Kopf geschüttelt und gelacht. Am Ende habe ich nur noch einem guten Ausgang entgegen gefiebert. Eine wirklich schöne, charmante, amüsante und unterhaltsame Geschichte, die mir eine schöne Lesezeit beschert hat.

Fazit:

Eine schöne und turbulente Liebesgeschichte, eine Liebeserklärung an das Lesen. Absolute Leseempfehlung!
★★★★★
5 von 5 Sternen

Rezension zu „Kein Tag ohne dich“ von Marie Force

Rezension zu 
„Kein Tag ohne dich“ 
von Marie Force
Cover: FISCHER Taschenbuch




Buchdetails

ISBN: 9783596296200
Sprache: Deutsch
Flexibler Einband 480 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 24.11.2016

Teil 2 der Reihe "Green Mountain"

Das aktuelle Hörbuch ist am 24.11.2016 bei Argon Verlag erschienen.




Inhalt:

Für Nolan Roberts ist ein Traum wahr geworden – Hannah hat ihn geküsst! Schon lange ist Nolan heimlich in sie verliebt, doch noch nie war er dem großen Glück so nahe. Aber der Tod ihres Ehemanns vor sieben Jahren hat Hannah in ein tiefes Loch gerissen – sie weiß nicht, ob sie noch an die Liebe glauben kann …

Hannah Guthrie Abbott hatte die große Liebe bereits gefunden. Die Liebe, die alles bedeutet. Doch Caleb ist tot, schon seit sieben Jahren. Aber Hannah kann sich nicht lösen, sie hat Angst davor, sich auf etwas Neues einzulassen. Ihre Familie nimmt Rücksicht auf ihre Gefühle und ist für Hannah da. Trotzdem machen sich die Abbotts Sorgen um ihre älteste Tochter, sie ist zu jung um den Rest ihres Lebens allein zu sein. Aber Hannah bleibt stur. Bis zu jener Nacht, in der sie Nolan küsst. 
Nolan Roberts kann sein Glück kaum fassen – ein Kuss von Hannah! Ein Traum wird wahr. Leider hat sie sich seitdem nicht bei ihm gemeldet. Aber Nolan ist geduldig, schon zu lange ist er heimlich in Hannah verliebt. Als Hannahs Auto eine Panne hat, eilt er ihr sofort zur Hilfe. Als Dank lädt Hannah ihn überraschend zu einem Essen ein. Ein wunderbarer Abend in knisternd aufgeladener Atmosphäre lässt Nolan hoffen. Er lädt Hannah zu einem romantischen Wochenende in der bezaubernden Landschaft Vermonts ein, Tage voller Leidenschaft. Diese lassen in Hannah lange verloren geglaubte Gefühle erwachen …

Meine Meinung:

Dies ist der zweite Band der "Lost in Love – Die Green-Mountain-Serie", in dem es um Nolan und Hannah geht. Jeder Teil ist in sich abgeschlossen, unabhängig lesbar und ohne Vorkenntnisse verständlich. Allerdings finde ich es schöner die angegebene Reihenfolge einzuhalten, da viele Details ein großes Ganzes ergeben.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und einnehmend, locker und leicht, schnell und flüssig zu lesen. Detaillierte Beschreibungen versetzen den Leser direkt nach Butler, dennoch ist noch genug Platz für die eigene Fantasie. Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen. Schnell war ich zurück in der Kleinstadt und habe mich wieder wohlgefühlt. Die Seiten sind nur so dahin geflogen.

Die Handlung und deren Entwicklung haben mir sehr gut gefallen. Trotz ihres eher ruhigen Verlaufs ohne Actionmomente, ist eine hintergründige Spannung und Emotionalität zu spüren, die mich das Buch nicht aus der Hand legen ließ. Die Geschichte um Hannah ist sehr berührend. Ihre Trauerbewältigung steht im Vordergrund, denn auch nach fast sieben Jahren ist sie noch nicht wirklich über den frühen Tod ihres Mannes hinweg. Ihre Zerrissenheit, ihre Fortschritte und ihre Rückschritte haben mich bewegt. Es war schön sie auf ihrem Weg aus der Trauer heraus zu begleiten. Vor allem da Nolan auch so ein wunderbarer Kerl ist. Trotz des ernsten Themas ist die Handlung nicht zu schwer und bedrückend, es gibt viele humorvolle, romantische und herzliche Szenen.

Besonders gut hat mir das Setting gefallen. Ich hatte ein deutliches Bild von diesem kleinen Städtchen in Vermont und seinen zauberhaften und besonderen Bewohnern vor Augen. Vor allem die Großfamilie Abbott hat es mir angetan und natürlich der Stadtelch, der wieder seine Szene bekommen hat. Der Familienbetrieb ist toll, jeder trägt seinen Tel dazu bei, was mir sehr gut gefallen hat. Die Autorin hat eine absolute Wohlfühlatmosphäre erschaffen und ich freue mich schon darauf mehr über Butler und die Abbotts zu erfahren.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Vielseitige und facettenreiche Figuren, die mir sofort ans Herz gewachsen sind. Vor allem die Nebencharaktere bringen viel Farbe und Abwechslung in die Handlung. Hier hat jeder sein Päckchen zu tragen, seine Ängste und Sorgen.

Eine Wohlfühlgeschichte zum Abschalten und Genießen. Das Buch hat mir eine zauberhafte, unterhaltsame Lesezeit und schöne Lesestunden beschert. Ich freue mich darauf, bald wieder in Butler zu Besuch zu sein.

Fazit:

Ein wunderschöner Liebesroman vor einer zauberhaften Kulisse. Absolute Leseempfehlung!
★★★★★
5 von 5 Sternen

Freitag, 9. August 2019

Mit Büchern um die Welt ~ England ~ "Zeit des Mutes" von Christiane Lind

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Und weiter geht es mit der Autorenwoche Christiane Lind. Ihr Roman Zeit des Mutes spielt im England zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


Bild: Pixabay
Der Roman erzählt die Geschichte zweier Frauen aus unterschiedlichen Welten vor dem Hintergrund der dramatischen Kämpfe um das Frauenwahlrecht in England.

Das Buch hat es auf die Longlist des Deutschen Selfpublishing-Preises 2019 geschafft, worüber ich mich sehr freue und dies zum Anlass nehme, euch das Buch etwas näher vorzustellen.

Christiane Lind hat für uns

5 Tatsachen zu „Zeit des Mutes“:

1. In England herrschte vor dem Ersten Weltkrieg Bürgerkrieg zwischen den Frauen,die für das Wahlrecht kämpften, und der Regierung. Die Suffragetten demonstrierten,
warfen gezielt Fensterscheiben ein und setzten Landsitze in Brand. Selbst Museen
waren vor den Kämpferinnen nicht sicher. Im März 1914 griff Mary Richardson in der
Londoner National Gallery das Bild »Venus mit Spiegel« mit einer Axt angriff. Damit
wollte sie dagegen protestieren, dass Kunstwerken mehr Wert zugesprochen wurde
als den hungernden Suffragetten. Eine kleine Anekdote am Rande: Deutsche
Touristen warfen ihre Baedeker-Reiseführer auf Mary Richardson, um sie an der
Zerstörung der Venus zu hindern. Nachdem auch andere Suffragetten Gemälde
attackiert hatten, verweigerten etliche Museen Frauen den Zutritt. Ins Britische
Museum durften sie nur in Begleitung eines Mannes, der ihr gutes Benehmen
garantierte, oder mit einem Leumundsschreiben eines Mannes.


2. Die Bereiche von Lord und Lady waren im Edwardianischen England stark getrennt,
sodass Ehepaare sich oft nur bei den aufwändigen Mahlzeiten sahen. Selbst die
Nächte verbrachten sie in getrennten Zimmern, was oft der Tatsache geschuldet war,
dass die Ehe nicht aus Liebe, sondern aus praktischen Erwägungen heraus
geschlossen wurde. Wenn man Glück hatte, verstand man sich. Falls die Sympathie
auf beiden Seiten gering war, blieben die Affären. Gelegenheiten boten die Samstag-
bis-Montag-Besuche auf dem Land oder die Cinq-à-Sept-Affären in der Stadt (und
auch auf dem Land). In der Zeit des Afternoon Teas (17:00-19:00 Uhr) schlüpften
elegante Damen in bequeme Kleider, sodass sie nicht die Hilfe ihrer Zofe beim An-
und Auskleiden bedurften, was das Fremdgehen erleichterte, allerdings auch Risiken
mit sich brachte. So soll eine Dame ertappt worden sein, weil ihr Liebhaber das Kleid
falsch verschnürte.


3. Das Cover von »Zeit des Mutes« greift die Farben der Suffragetten auf: Weiß für die
Reinheit, Grün für die Hoffnung und Violett für die Würde.


4. Dienstbote zu sein, bedeutete lange Arbeitstage, wenig freie Zeit und die Befolgung
strikter Regeln, vor allem für die sogenannten Lower Servants wie die Hausmädchen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielten Dienstboten einen halben Tag in der
Woche frei, einen ganzen freien Tag im Monat sowie eine freie Woche im Jahr. Dass
es trotzdem so viele Menschen gab, die als Personal arbeiteten, lag einerseits an
mangelnden Beschäftigungsalternativen, andererseits ging es Dienstboten
verhältnismäßig gut. Gerade für Kinder aus armen Bauernfamilien waren die
Mahlzeiten, die in einem Herrenhaus serviert wurden, nahezu luxuriös. Außerdem
trugen sie oft mit ihrem Lohn dazu bei, dass es ihren Familien besser ging.


5. Für „Zeit des Mutes“ habe ich in London recherchiert und bin in vier Tagen bestimmt
60 Kilometer gelaufen, damit ich alle Schauplätze der Geschichte sehen, spüren und
fotografieren konnte. Bereits am zweiten Tag wollte mein Knie streiken, aber ich
habe nicht aufgegeben, damit ich ein Gespür für meine Heldinnen und deren Zeit
bekam.


Bild: authorsassistant
Und darum geht es:

Den Frauen gewidmet, die vor einhundert Jahren das Wahlrecht erkämpften.

»Jede von uns hat Angst«, sagte Lucy. »Aber dass wir den Mut finden, sie zu überwinden, das macht uns zu Kämpferinnen.«

Deutschland 1913: Die schüchterne Emma wird von ihrer Familie zu Verwandten nach England geschickt, um einen Skandal zu vermeiden. Auf Hazelwell Manor taucht Emma in eine neue, ihr fremde Welt und verliebt sich unglücklich in Percival, den jungen Lord. Ihre Liebe scheint aussichtslos, bis sie Zeugin eines tragischen Unglücks wird. Nun hat sie Percival in der Hand und zwingt ihn zur Ehe.
Auch dem jungen Dienstmädchen Lucy fällt es schwer, sich an all die Regeln in Hazelwell Manor zu halten. Doch sie braucht diese Arbeit, um für ihre Familie zu sorgen. Nach dem schicksalhaften Unglück muss Lucy das Herrenhaus und ihr altes Leben verlassen. In London ist sie verloren, bis sie auf die Suffragetten, die Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, trifft.
Auch Emma ist mit ihrem Ehemann, der sie verachtet, nach London gezogen. Als sie Lucy wiedersieht, muss Emma sich entscheiden: Findet sie den Mut, die Wahrheit einzugestehen und ein eigenes Leben zu beginnen?


Liebe Christiane, ich drücke dir und deinem Buch die Daumen!


Die Woche vom 19.08.2019 steht ganz im Zeichen der Autorin Ava Innings und ihren Büchern.

Donnerstag, 8. August 2019

Rezension zu „Flitterwochen für Hochstapler“ von Marit Bernson

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Rezension zu 
„Flitterwochen für Hochstapler“ 
von Marit Bernson






Buchdetails

ISBN: 978-1081141813
Sprache: Deutsch
Taschenbuch 250 Seiten
Erscheinungsdatum: 20.07.2019








Inhalt:

Nachdem sie ihrer besten Freundin Dani zu einer spektakulären Flucht vor dem Traualtar verholfen hat, tritt Hanna anstelle des wohlhabenden, aber treulosen Bräutigams die bereits bezahlten und nicht stornierbaren Flitterwochen an. Zehn Tage in einem Luxushotel auf einer exklusiven Insel sollen die ehemalige Braut über die geplatzte Hochzeit hinwegtrösten.
Als sie den aus wohlhabenden Adelsfamilien stammenden Männern Magnus und Leo begegnen, werden die beiden Freundinnen für millionenschwere Firmenerbinnen gehalten und klären den Irrtum nicht auf.
Während Dani sich sofort in einen Urlaubsflirt mit Leo stürzt, zögert Hanna. Denn eigentlich lässt sie sich nur mit Männern ein, bei denen zumindest die vage Hoffnung besteht, dass daraus etwas Ernstes werden könnte. Und ein verwöhnter, reicher Adliger wie Magnus würde sich wohl nie auf eine Frau einlassen, die nicht in seine Kreise gehört. Oder?

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist schlicht und einfach, leicht verständlich und locker, erfrischend und lebendig, schnell und flüssig zu lesen. Durch die kurzen Kapitel fliegt man nahezu hindurch. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen.

Die Handlung und deren Verlauf haben mir sehr gut gefallen. Auch wenn das Ende vorhersehbar war hat mir der Weg dahin Spaß und Lesevergnügen bereitet. Eine lockere, leichte und unterhaltsame Geschichte zum Abschalten und Genießen. Eine Geschichte voller Heimlichkeiten, Gefühl, Humor und Romantik. Dazu ein traumhaftes Setting auf einer kleinen Insel voller reicher Schnösel. Eine wundervolle Kombination, eine moderne Cinderella-Story.

Die Charaktere sind trotz der Kürze des Buches sehr gut ausgearbeitet. Man bekommt ein detailliertes Bild der Protagonisten. Aber auch die Nebenfiguren sind plastisch geschildert. Allen voran der englische Butler. Er ist mir ja besonders ans Herz gewachsen.

Dani und Hanna flüchten vor ihren Alltagssorgen und verbringen unerkannt einen Urlaub unter den Reichen und Schönen. Die beiden mochte ich unheimlich gerne, ebenso wie Magnus, der als Adeliger zwar keine Geldprobleme hat, aber mit anderen Sorgen und Bevormundungen zu kämpfen hat. Jeder hat sein Päckchen zu tragen.


Eine schöne Liebesgeschichte, die mich gut unterhalten und mir eine entspannende Lesezeit beschert hat. 

Fazit:

Eine wunderschöne Cinderella-Story zum Abschalten und Genießen. Absolute Leseempfehlung!
★★★★
5 von 5 Sternen

Rezension zu „Fegoria“ von Annika Kastner

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Rezension zu 
„Fegoria“ 
von Annika Kastner






Buchdetails

ISBN: 9783947115082
Sprache: Deutsch
Flexibler Einband 436 Seiten
Verlag: Booklounge Verlag
Erscheinungsdatum: 14.12.2018







Inhalt:

"Ich bin Alice – in meinem ganz persönlichen Wunderland. Weiße Hasen habe ich keine, aber einen kleinen Drachen. Mein Hutmacher ist ein sturer Prinz, der mir das Leben gerettet hat, und zudem heißer ist, als es erlaubt sein sollte."

Alice ist von ihren Freundinnen, denen es wichtiger scheint, perfekte Fotos für ihre Blogs und Selfies für Instagram zu inszenieren, genervt und führt die gemeinsame Wanderung alleine fort. Als sie den Eingang eines Berges ausfindig macht, lässt sie sich von ihrer Neugierde treiben und betritt das märchenhafte Fegoria. 
Umgeben von Orks, Trollen, Drachen und Lichtelben, die ihr Leben gewaltig auf den Kopf stellen, versucht sie mit aller Macht, zurück in ihre Welt zu gelangen. Nachdem sie jedoch mit der wohl größten Lüge ihrer Existenz konfrontiert wird, begibt sie sich mit Crispin, Thronfolger im Nebelwald, auf die Suche nach sich selbst.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist schlicht und einfach, aber sehr eingängig und angenehm, locker und leicht, unterhaltsam und fesselnd, schnell und flüssig zu lesen. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen und bin nur so durch die Seiten geflogen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Alice und Crispin erzählt, so dass man einen guten und tiefen Einblick in beide Charaktere erhält, sie verstehen, ihr Handeln und ihre Gefühle nachvollziehen kann. Durch die unterschiedliche Ausdrucksweise wird die Verschiedenheit der beiden Protagonisten noch deutlicher. Ich konnte mich sehr gut in beide hineinversetzten, ihre Ansichten, Gedanken und Gefühle verstehen. Hier treffen wirklich Welten aufeinander, die aber durch die Perspektiven beide sehr gut verständlich waren. 

Die Handlung und deren Verlauf haben mir sehr gut gefallen. Eine wirklich tolle Geschichte. Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen. Ohne große Einführung wird man direkt mitten ins Geschehen geworfen und erlebt Fegoria und seine Besonderheiten gemeinsam mit Alice.

Fegoria ist eine fantastische Welt voller Sagen- und Fabelwesen. Elben, Trolle, Orks, Zwerge, Nixen, Hexer, Drachen und viele Wesen mehr sorgen für eine abwechslungsreiche Vielfalt. Ein Abenteuer jagt das nächste, wir tauchen immer tiefer in diese Welt ein und erleben, wie sie funktioniert, die Machtverhältnisse und Eigenarten der verschiedenen Figuren und Arten.

Eine Geschichte voller Abenteuer und Fantasie, modern und lebendig erzählt, romantisch und gefühlvoll, unterhaltsam und humorvoll, spannend und fesselnd. Eine Geschichte, die alles hat, was einen guten Roman ausmacht.

Die Charaktere sind vielseitig und lebendig gezeichnet. Alice muss man einfach lieben. Ihre Art ist einfach liebenswert. Sie ist stark und lässt sich nicht unterbuttern, ihre Vergleiche und ihre Ausdrucksweise herrlich humorvoll und treffend. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht sie zu begleiten und mit ihr Abenteuer zu erleben. Ihre Sturheit ist unverwechselbar, aber auch Crispin steht ihr in dieser Hinsicht in nichts nach, was zu einigen amüsanten Szenen und Wortgefechten geführt hat.
Aber auch die Nebencharaktere sind sehr facettenreich und bunt gezeichnet. Crispins Bruder und sein bester Freund sind einfach tolle Figuren, der kleine Drache einfach zauberhaft.

Ich bin völlig begeistert von diesem Reihenauftakt. Ich bin eingetaucht, abgetaucht und erst am Ende aus Fegoria wieder aufgetaucht- mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn es geht weiter mit den Abenteuern in Fegoria, mit Alice und Crispin. Die Geschichte hat zwar ein abgeschlossenes Ende, aber sind noch genug Handlungsstränge und Fragen offen, die Großes erwarten lassen.

Fazit:

Ein überaus gelungener und fantastischer Reihenauftakt, der die Neugier auf die Fortsetzung weckt. Absolute Leseempfehlung!
★★★★
5 von 5 Sternen

Rezension zu „Bis wir wieder fliegen“ von Ella Simon

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Rezension zu 
„Bis wir wieder fliegen“ 
von Ella Simon
Cover: Goldmann





Buchdetails

ISBN: 9783442488513
Sprache: Deutsch
Flexibler Einband 400 Seiten
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 18.06.2019








Inhalt:

Anne Perry ist Ärztin der Flugrettung. Sie liebt ihr Leben, ihren Job und ihre Pflegemutter Evelyn, die den Pub ihres kleinen Heimatorts an der walisischen Küste führt. Nur der Rettungssanitäter und unverschämt attraktive Owen Baines kann ihr die Laune verderben. Bei Noteinsätzen sind sie das perfekte Team, verstehen einander ohne Worte, außerhalb der Arbeit aber zeigt Owen ihr die kalte Schulter. Doch als die beiden bei einem Einsatz zusammen verschüttet werden, lernt Anne eine neue Seite an Owen kennen, während er verzweifelt versucht, ihr Leben zu retten ...

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist angenehm, locker und leicht ohne banal zu sein, schnell und flüssig zu lesen. 

Die Handlung hat mir gut gefallen. Der Einstieg ist mir etwas schwer gefallen, der Beginn der Geschichte hat sich etwas gezogen. Etwas schade fand ich, dass die Geschichte von Beginn an absehbar war, alles war schon gleich zu erahnen und genauso wurde die Story auch zu Ende geführt. Es gab keinerlei Überraschung, alle Handlungsstränge sind vorhersehbar zusammengelaufen. 

Die Liebesgeschichte hat sich sehr langsam entwickelt und sich dann am Ende überschlagen. Es gab einige aufregende Momente, ein bisschen Drama und eine Portion Liebe. Alles in allem eine schöne Mischung, die mit etwas mehr Unvorhersehbarkeit noch mehr hätte überzeugen können.

Das Setting hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf in Wales. Auch das Arbeitsumfeld von Anne und Owen fand ich sehr interessant.

Die Charaktere waren lebendig gezeichnet. Anne und Owen waren mir zwar nicht von Beginn an sympathisch, aber je mehr ich sie kennen lernen durfte, desto mehr mochte ich sie. Anne war mir ein bisschen zu perfekt, Owen zu versteift auf seine Wut. er hat sich das alles ein bisschen einfach gemacht.
Annes Pflegemutter mochte ich unheimlich gerne, auch die Arbeit, die sie mit dem Pub und den Suchtkranken leistet und immer ein offenes Ohr hat. Eine tolle Frau.

Das Buch hat mich gut unterhalten und mir nach anfänglichen Schwierigkeiten eine schöne Lesezeit beschert. Alles in allem eine schöne Mischung, die mit etwas mehr Unvorhersehbarkeit noch mehr hätte überzeugen können.

Fazit:


Eine schöne, aber sehr vorhersehbare Liebesgeschichte.
★★★★☆
4 von 5 Sternen

Mittwoch, 7. August 2019

Mit Büchern um die Welt ~ Australien~ "Im Bann der Traumzeit" von Christiane Lind

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Und weiter geht es mit der Autorenwoche Christiane Lind. Auch ihre aktuelle Familiensaga Im Bann der Traumzeit spielt in Australien.

Die Familiensaga spielt wieder in zwei Zeitebenen. Franziskas Geschichte spielt in der Gegenwart, Auguste begleiten wir im Jahr 1879, als sie überstürzt nach Australien flüchtet. Dort begibt sie sich auf Forschungsreise.
Bild: authorsassistant
Die Lebensgeschichte von Amalie Dietrich, einer bekannten und bedeutenden deutschen Australien- und Naturforscherin (1821-1891) spielt hier eine wichtige Rolle. Sie sammelte ein Jahrzehnt lang in Australien Pflanzen, Tiere, ethnographische Objekte, menschliche Schädel und Skelette für ein Museum.

Und zu entdecken gibt es dort viel. Alleine die einzigartige, aufregende und vielfältige Tierwelt ist faszinierend.
 
In Australien leben mehr als 378 Säugetierarten, 828 Vogelarten, 4000 Fischarten, 300 Eidechsenarten, 140 Schlangenarten, zwei Krokodilarten und etwa 50 Arten von Meeressäugern.Unglaublich, aber mehr als 80 Prozent der Pflanzen, Säugetiere, Reptilien und Frösche sind nur auf dem australischen Kontinent zu finden. Einige der bekanntesten Tiere sind das Känguru, der Koala, der Ameisenigel, der Dingo, das Schnabeltier, das Wallaby und der Wombat.

Hinzu kommen 24.000 Arten einheimischer Pflanzen. Ein sehr großer Teil der australischen Flora gilt als bisher unerforscht und wartet noch darauf, entdeckt und eingeordnet zu werden.

Wahnsinn, welche Vielfalt dieser Kontinent bereithält. Australien ist definitiv einen Besuch wert.

Bild: authorsassistant
Und darum geht es:

»Solange die Vergangenheit wie ein Stein auf deinem Weg liegt, wirst du nie gehen können, ohne zu stolpern.«
Hamburg 1876: Als der Mann, den Auguste liebt, ihre Schwester heiratet, flüchtet sie nach Queensland. In Australien beginnt sie ein neues Leben als Forscherin. Während einer Expedition wird die mutige Frau Zeugin eines unfassbaren Verbrechens, das sie zu verhindert versucht. Ihr couragiertes Einschreiten kostet Auguste beinahe das Leben, doch Aborigines retten sie. Kann sie den Menschen dieser fremden Kultur wirklich vertrauen?

Mehr als hundert Jahre später macht sich die junge Deutsche Franziska auf die Suche nach Augustes Geschichte. Als sie auf Spuren eines dunklen Geheimnisses stößt, begibt sie sich auf eine Traumreise mit Aborigines, die ihr Leben für immer verändern wird.


Die liebe Christiane Lind hat sich meinen Fragen zu ihrem Buch gestellt. Vielen Dank dafür!


Bild: studioline Kassel

Wie kam die Idee zu "Im Bann der Traumzeit"?
 
Die erste Idee hatte ich noch vor „Im Schatten der goldenen Akazie“, als ich durch
Zufall über die Pflanzenjägerin Amalie Dietrich stolperte. Deren Lebensgeschichte
finde ich nach wie vor faszinierend, aber leider eignet sie sich nicht als Heldin. Aber
mein Wunsch blieb, sie in einem Roman vorzustellen –
und das bewegte ich im
Hinterkopf.
Tja, und dann kam ein Mord. Im August 2016 habe ich Amber Wagner umgebracht.
Die Mutter meiner Heldinnen aus „Im Schatten der goldenen Akazie“ ließ ich bereits
im Prolog sterben. Allerdings tauchten während des Schreibens und in der Zeit nach
der Veröffentlichung immer mehr Fragen auf: Wer war die junge Frau, die Ende des
19. Jahrhunderts den Mut fand, nach Australien zu reisen? Warum hat sie
Deutschland verlassen? Wie kam es, dass sie sich mit einem Aborigine-Clan
anfreundete? Und zum guten Schluss: Warum hat sie diesen griesgrämigen Kerl
geheiratet?
Da mir diese Fragen keine Ruhe ließen, habe ich Ambers Geschichte geschrieben –
und sofort die Chance genutzt, Auguste Dietrich als Nebenfigur zum Leben zu
erwecken.


Was hat dich dazu bewogen "Im Bann der Traumzeit" in Australien spielen zu lasen?

Australien ist ein großartiges Land für spannende Geschichten, vor allem, wenn man
sich für die Geschichte deutscher Einwanderer interessierte. Und das tue ich, weil
meine Mutter mir vor Jahrzehnten erzählt hat, dass mein Opa in den 1950er Jahren
überlegt hat, nach Australien auszuwandern.


Was fasziniert dich an Australien, was verbindet du persönlich mit dem Kontinent?

Australien besitzt eine unglaubliche Landschaft, Tierarten, die man nirgendwo sonst
findet und eine extrem faszinierende Geschichte. Außerdem gibt es dort Wildpferde.
Die sind auch der Anlass, warum ich dem Kontinent Down Under verfallen bin. Als

Kind habe ich Pferdebücher verschlungen und die Geschichte des Silberhengstes
hat mein Interesse an Australien geweckt.


Beschreibe "Im Bann der Traumzeit" in höchstens 3 Sätzen.

Zwei junge Frauen entdecken in Australien, was im Leben wirklich von Bedeutung ist.
Auguste begibt sich im Jahr 1876 auf eine Forschungsreise, die ganz anders verläuft,
als sie plant. 2019 begibt sich ihre Nachfahrin Franziska auf Spurensuche und findet
ein dunkles Geheimnis.


Hast du eine Lieblingsstelle oder ein Lieblingszitat im Buch? Verrätst du es uns?

Meine absolute Lieblingsstelle ist leider sehr nahe am Schluss und würde zu viel
verraten. Daher stelle ich meine zweitliebste Stelle vor, in der meine Heldin
entdecken muss, dass ihr geliebter Felix nicht so wunderbar ist, wie sie meint.


Obwohl sie immer noch traurig darüber war, dass ihr geliebter Mann eine andere –
und nicht irgendeine, sondern ihre verräterische Schwester – heiratete, verspürte
Auguste bei diesen Worten Aufregung und Hoffnung. Hätte ihr vor wenigen Wochen
jemand gesagt, dass sie ans andere Ende der Welt reisen würde, hätte sie lachend
abgewehrt. Nun wurde dieser Traum wahr. Mehr noch, sie nahm an einer Expedition
teil. Vielleicht fand man bald ihren Namen in einer Zeitung oder einer
wissenschaftlichen Abhandlung.
»Alles Gute.« Felix streckte ihr seine Hand entgegen. Für einen Augenblick war
Auguste versucht, sie zu ignorieren, aber dann ergriff sie seine Rechte. Schlapp und
kühl wie ein Fisch vom Hamburger Markt fühlte diese sich an. Vielleicht war er gar
nicht dermaßen wunderbar, wie sie es sich ausgemalt hatte. »Es gehört Mut dazu, in
die Fremde zu reisen.«
»Es gehört Mut dazu, meine Schwester zu heiraten«, sagte sie und lachte leise, als
wäre dies nur ein Scherz. Der kalte Blick, den Sophie ihr zuwarf, zeigte, dass ihre
Schwester sehr wohl verstanden hatte, wie ernst diese Worte gemeint waren. »Ich
wünsche euch alles Glück der Welt. Möglicherweise bringe ich euch ein Känguru als
Hochzeitsgeschenk mit.«
»Wo sollten wir das denn unterbringen?« Der Schrecken zeichnete sich deutlich auf

Felix’ attraktivem Gesicht ab. Auguste musste an sich halten, um nicht undamenhaft
aufzulachen. »Gute Reise.«
»Komm, Nichte.« Onkel Georg legte ihr die Hand. »Es wird Zeit.«
Nun, da sie ihre Familie für eine lange Zeit verließ, überkam Auguste plötzlich eine
große Liebe zu ihren Eltern, ja, selbst zu ihrer Schwester. Hastig trat sie zu ihnen und
nahm jeden kurz in den Arm, auch ihren Vater, der sichtlich irritiert über diesen
Gefühlsüberschwang war. Dann reckte sie das Kinn hoch, straffte die Schultern und
begab sich auf die schaukelnde Gangway, ohne sich einmal umzudrehen. Die
genagelten Sohlen ihrer Stiefel klapperten, als sie forschen Schrittes ihren Weg auf
das Schiff nahm.
Frei. Endlich frei, schien das Klappern ihr zu sagen. Ein letzter wehmütiger Gedanke
an den Mann, den sie liebte. Dann war Auguste bereit, das Abenteuer ihres Lebens
zu wagen.


Was macht dieses Buch deiner Meinung nach besonders? Warum sollte man bei der Vielzahl von Büchern gerade zu diesem greifen?

Oh Himmel, das ist eine schwierige Frage, weil ich so ungern Werbung mache. Aber
mein kleiner Traum hat es verdient, also trommele ich für ihn. „Im Bann der
Traumzeit“ ist ein Buch für Fans von Familiengeheimnissen, die in exotischer
Landschaft spielen. Die Leserinnen begleiten zwei starke Frauen auf ihrer Reise hin
zu dem, was im Leben wirklich wichtig ist. Dabei spielt die Macht der Träume ebenso
eine Rolle wie die tragische Geschichte der australischen Ureinwohner.


Am 09.08.2019 reisen wir erneut mit Christiane Lind nach England. Ihr Roman "Zeit des Mutes" hat den Sprung auf die Longlist des SPP 2019 geschafft.