Montag, 20. April 2026

𝓡𝓮𝔃𝓮𝓷𝓼𝓲𝓸𝓷 zu "𝓦𝓲𝓵𝓭, 𝓦𝓲𝓵𝓭 𝓖𝓱𝓸𝓼𝓽 - 𝓞𝓭𝓮𝓻: 𝔀𝓮𝓷𝓷 𝓦𝓮𝓼𝓽𝓮𝓻𝓷 𝓪𝓾𝓯 𝓖𝓮𝓲𝓼𝓽𝓮𝓻𝓳𝓪𝓰𝓭 𝓽𝓻𝓲𝓯𝓯𝓽" von 𝓐𝓷𝓷𝓲𝓴𝓪 𝓗𝓪𝓷𝓴𝓮

Cover: Drachenmond Verlag

𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥

Seit Jahren arbeitet die junge Robyn Moore in der Londoner Detektei Robinson & White, um ihrem Ziel einen Schritt näher zu kommen: in der Zeit reisen zu können und ihren verschwundenen Vater zu suchen. Doch dazu muss sie zuerst die Prüfung zum Special Ghost Agent absolvieren.

Gar nicht so einfach, dennoch gibt Robyn alles und schafft es schließlich, ins Saint Louise des Jahres 1899 zu reisen. Eigentlich sollte sie sich, im Wilden Westen angekommen, darauf konzentrieren, den Geist von John Cartwright zu erlösen. Allerdings nutzt Robyn die Chance, um endlich in der Vergangenheit zu graben und nach ihrem Vater zu suchen.

Alles läuft gut, bis sie auf dem Anwesen der Familie Cartwright auf den Geisterjäger Anthony Walker trifft, der kein anderes Ziel zu verfolgen scheint, als sie zur Weißglut zu treiben, denn leider hält man im Wilden Westen nichts von starken Frauen oder der Gleichberechtigung. Bis auf einer gemeinsamen Reise plötzlich die Stimmung zwischen den beiden umschlägt. Allerdings will das Jahr 2025 Robyn zurück und ihre Gefühle machen keinerlei Sinn … nur wie sagt sie das ihrem Herzen?

𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘

Der Schreibstil ist dabei angenehm locker und unkompliziert, sodass man sofort in die Handlung findet. Gleichzeitig schafft der Autor eine dichte, fast schon ein bisschen wehmütige Stimmung, die perfekt zu der rauen Welt der Cowboys und Saloons passt.

Schon der Einstieg macht neugierig: Die Geschichte beginnt im heutigen London, katapultiert uns dann aber ziemlich schnell durch die Zeit zurück in den Wilden Westen. 

Was mir besonders gefallen hat, ist der Mix der Genres. Es ist kein klassischer Gruselroman, bei dem man ständig zusammenzuckt. Stattdessen vermischen sich Mystery-Elemente mit einer Coming-of-Age-Geschichte. Es geht viel um Gefühle und die persönliche Entwicklung der Figuren, was dem Ganzen eine schöne Tiefe verleiht. Die Atmosphäre im Wilden Westen ist dabei richtig gut eingefangen – man hat beim Lesen fast das Gefühl, den Staub der Prärie zu schmecken, weil alles so detailliert und realistisch beschrieben wird.

Die Grundidee mit den Geisterjägern, die durch die Zeit reisen, um verlorenen Seelen Frieden zu schenken, ist mal etwas ganz anderes und bleibt bis zum Ende spannend. Mittendrin steckt die 20-jährige Robyn. Sie ist keine perfekte Heldin, sondern eine junge Frau mit einem klaren Ziel: Sie will nicht nur eine professionelle Geisterjägerin werden, sondern hofft vor allem, bei ihren Einsätzen ihren verschwundenen Vater wiederzufinden. Mit ihrer schlagfertigen und mutigen Art sorgt sie immer wieder für Schmunzler, auch wenn die Themen eigentlich ernst sind. Es macht einfach Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten und zu sehen, wie sie an ihren Aufgaben wächst.

An ihrer Seite steht Luke, ihr Mentor und treuer Freund, der von der ersten Seite an total sympathisch rüberkommt. Später stößt dann noch Anthony dazu, ein Geisterjäger aus der Vergangenheit. Anfangs war ich mir bei ihm unsicher, aber er entwickelt sich im Laufe der Story richtig toll und wird zu einem echten Sympathieträger. Die Romanze zwischen ihm und Robyn ist zwar niedlich, bringt aber durch die Zeitreise-Thematik auch einige Schwierigkeiten mit sich, die mich emotional manchmal etwas zwiegespalten haben.

Auch wenn die Geschichte zwischendurch mal ein paar ruhigere Phasen hat, in denen das Tempo etwas nachlässt, bleibt es durch unerwartete Wendungen interessant. Man merkt richtig, wie Robyn zwischen ihrer Mission und ihrer privaten Suche hin- und hergerissen ist. Das Ende war für mich ein kleiner Knackpunkt: Es ist zwar traurig und passt eigentlich logisch zur Geschichte, aber es hat mich auch mit einem etwas unzufriedenen Gefühl zurückgelassen, weil man sich für die Charaktere vielleicht einen anderen Ausgang gewünscht hätte.

𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥

Alles in allem ist „Wild, Wild Ghost“ ein wirklich originelles Buch mit einem unverbrauchten Setting. Die Mischung aus Zeitreise, Geistern und Western-Feeling funktioniert überraschend gut. Wer auf emotionale Geschichten mit starken Charakteren steht und kein Problem damit hat, dass es eher leise statt blutig zugeht, wird hier sehr gut unterhalten. Es ist ein besonderes Leseerlebnis, das noch ein bisschen nachwirkt.
★★★★
4 von 5 Sternen

Donnerstag, 9. April 2026

𝓡𝓮𝔃𝓮𝓷𝓼𝓲𝓸𝓷 zu "𝓕𝓮𝓾𝓮𝓻𝓯𝓮𝓭𝓮𝓻 - 𝓑𝓻𝓲𝓮𝓯𝓮 𝓪𝓷 𝓭𝓮𝓷 𝓚ö𝓷𝓲𝓰" von 𝓐𝓷𝓷𝓮 𝓓𝓪𝓷𝓬𝓴

Cover: Drachenmond Verlag

𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥

Einem König widerspricht man nicht. Oder doch? 

Nachdem ich auf dem Acker einen goldenen Mörser ausgegraben habe, verlangte König Laurent den passenden Stößel dazu. Wütend und womöglich nicht sonderlich bedacht antwortete ich mit einem Brief – und einem Widerspruch. Doch obwohl mir der König zunächst zürnte, unterbreitete er mir ein überraschendes Angebot: Ich soll ihn beraten. 
 
Allerdings ist meine neue Aufgabe ernüchternd. Laurent scheint meine Einwände nur zu lesen, um sie dann zu übergehen. Und während ich allmählich an der Starrsinnigkeit des Königs verzweifele, wächst zugleich eine gefährliche Anziehung zwischen uns. 
 
Denn wenn Feuer und Papier aufeinandertreffen, kann am Ende etwas außer Asche bleiben?

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Mit „Feuerfeder – Briefe an den König“ ist Anne Danck eine bezaubernde Märchen-Adaption gelungen, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. 

Die Autorin greift Motive des klassischen Märchens „Die kluge Bauerntochter“ auf und verwebt sie zu einer ganz eigenen, modernen Fantasy-Erzählung, die zeitlich parallel zu ihrem Werk „Die Spielmannsbraut“ spielt. 
Besonders gefreut habe ich mich dabei über die kleinen Gastauftritte bekannter Charaktere und die charmanten Anspielungen auf die Spielmannsbraut, was das Leseerlebnis für Fans der Autorin besonders abrundet.

Der Schreibstil ist angenehm locker, leicht und wunderbar bildhaft, wodurch er perfekt zur märchenhaften Atmosphäre passt und einen flüssigen Lesefluss garantiert. Ein besonderes Highlight sind die eingefügten Briefe, die das Geschehen immer wieder auflockern und den Charakteren eine zusätzliche Tiefe verleihen. 

Im Zentrum steht Ran, die durch ein Missverständnis – das Tragen von Hosen bei der ersten Begegnung mit König Laurent – für einen Mann gehalten und prompt als Berater engagiert wird. Während Laurent sich oft als beratungsresistent und starrsinnig erweist, kämpft Ran nicht nur mit ihrer wachsenden Anziehung zu ihm, sondern vor allem mit ihrer eigenen Identität.

Trotz der Leichtigkeit widmet sich das Buch einem sehr sensiblen Thema: der Selbstakzeptanz. Auf eine unglaublich liebevolle Weise zeigt die Geschichte, wie wichtig es ist, sich selbst so anzunehmen, wie man ist – völlig ungeachtet dessen, ob man in eine gesellschaftliche Norm passt oder nicht. Dass sich Ran in ihrer Männerkleidung plötzlich vollständiger fühlt als je zuvor, gibt der Handlung eine emotionale Reife, die weit über ein klassisches Verwechslungsspiel hinausgeht. 
Man lacht und weint mit Ran und möchte Laurent für seinen Eigensinn manchmal kräftig schütteln, während man gleichzeitig tief in diese wundervoll gestaltete Welt eintaucht.

𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥

„Feuerfeder – Briefe an den König“ ist eine fesselnde und tiefgründige Märchen-Adaption voller Herzenswärme. Anne Danck schafft es meisterhaft, eine klassische Vorlage mit wichtigen Fragen zur Identität zu verknüpfen und dabei eine Geschichte zu erzählen, die sowohl unterhält als auch lange nachwirkt.
★★★★
4,5 von 5 Sternen



Donnerstag, 2. April 2026

🌸 Monatsrückblick März: Frühlingsgefühle & Leserausch bei Meine Bücherbüchse 2026


Hallo ihr Lieben!

Der März ist vorbei und was soll ich sagen? Während draußen die ersten Blumen zaghaft ihre Köpfe aus der Erde gesteckt haben, habe ich mich förmlich durch meine Leseliste gewühlt. Es war ein extrem produktiver Monat für meine Challenge „Meine Bücherbüchse 2026“.

Ich weiß nicht, ob es am zunehmenden Tageslicht lag oder daran, dass mich meine aktuelle Lektüre einfach nicht losgelassen hat, oder dem Leseevent, aber die Statistik kann sich sehen lassen!

📚 Meine Lese-Bilanz im März

Ich habe diesen Monat so einiges weggeschmökert. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich meine Bookopoly-Ziele komplett erfüllt habe. Hier ist die Aufschlüsselung:

  • E-Books: 11 Bücher

  • Print-Ausgaben: 3 Bücher

  • Bookopoly-Aufgaben: 11/11 (Full House!)

Es tut so gut, die SuB-Leichen schrumpfen zu sehen und gleichzeitig Platz für Neues zu schaffen.

💰 Kassensturz: Was wandert in die Büchse?

Für alle, die neu dabei sind: Das Prinzip meiner Bücherbüchse ist simpel. Jeder gelesene Schatz wird mit einem kleinen Betrag belohnt, den ich Ende des Jahres für neues Lesefutter oder Buch-Merch ausgeben darf.

Hier ist die Rechnung für den März:

KategorieAnzahlBetrag pro BuchSumme
E-Books111 €11 €
Prints32 €6 €
Bookopoly-Bücher112 €22 €
Gesamt39 €