Donnerstag, 9. April 2026

𝓡𝓮𝔃𝓮𝓷𝓼𝓲𝓸𝓷 zu "𝓕𝓮𝓾𝓮𝓻𝓯𝓮𝓭𝓮𝓻 - 𝓑𝓻𝓲𝓮𝓯𝓮 𝓪𝓷 𝓭𝓮𝓷 𝓚ö𝓷𝓲𝓰" von 𝓐𝓷𝓷𝓮 𝓓𝓪𝓷𝓬𝓴

Cover: Drachenmond Verlag

𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥

Einem König widerspricht man nicht. Oder doch? 

Nachdem ich auf dem Acker einen goldenen Mörser ausgegraben habe, verlangte König Laurent den passenden Stößel dazu. Wütend und womöglich nicht sonderlich bedacht antwortete ich mit einem Brief – und einem Widerspruch. Doch obwohl mir der König zunächst zürnte, unterbreitete er mir ein überraschendes Angebot: Ich soll ihn beraten. 
 
Allerdings ist meine neue Aufgabe ernüchternd. Laurent scheint meine Einwände nur zu lesen, um sie dann zu übergehen. Und während ich allmählich an der Starrsinnigkeit des Königs verzweifele, wächst zugleich eine gefährliche Anziehung zwischen uns. 
 
Denn wenn Feuer und Papier aufeinandertreffen, kann am Ende etwas außer Asche bleiben?

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Mit „Feuerfeder – Briefe an den König“ ist Anne Danck eine bezaubernde Märchen-Adaption gelungen, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. 

Die Autorin greift Motive des klassischen Märchens „Die kluge Bauerntochter“ auf und verwebt sie zu einer ganz eigenen, modernen Fantasy-Erzählung, die zeitlich parallel zu ihrem Werk „Die Spielmannsbraut“ spielt. 
Besonders gefreut habe ich mich dabei über die kleinen Gastauftritte bekannter Charaktere und die charmanten Anspielungen auf die Spielmannsbraut, was das Leseerlebnis für Fans der Autorin besonders abrundet.

Der Schreibstil ist angenehm locker, leicht und wunderbar bildhaft, wodurch er perfekt zur märchenhaften Atmosphäre passt und einen flüssigen Lesefluss garantiert. Ein besonderes Highlight sind die eingefügten Briefe, die das Geschehen immer wieder auflockern und den Charakteren eine zusätzliche Tiefe verleihen. 

Im Zentrum steht Ran, die durch ein Missverständnis – das Tragen von Hosen bei der ersten Begegnung mit König Laurent – für einen Mann gehalten und prompt als Berater engagiert wird. Während Laurent sich oft als beratungsresistent und starrsinnig erweist, kämpft Ran nicht nur mit ihrer wachsenden Anziehung zu ihm, sondern vor allem mit ihrer eigenen Identität.

Trotz der Leichtigkeit widmet sich das Buch einem sehr sensiblen Thema: der Selbstakzeptanz. Auf eine unglaublich liebevolle Weise zeigt die Geschichte, wie wichtig es ist, sich selbst so anzunehmen, wie man ist – völlig ungeachtet dessen, ob man in eine gesellschaftliche Norm passt oder nicht. Dass sich Ran in ihrer Männerkleidung plötzlich vollständiger fühlt als je zuvor, gibt der Handlung eine emotionale Reife, die weit über ein klassisches Verwechslungsspiel hinausgeht. 
Man lacht und weint mit Ran und möchte Laurent für seinen Eigensinn manchmal kräftig schütteln, während man gleichzeitig tief in diese wundervoll gestaltete Welt eintaucht.

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„Feuerfeder – Briefe an den König“ ist eine fesselnde und tiefgründige Märchen-Adaption voller Herzenswärme. Anne Danck schafft es meisterhaft, eine klassische Vorlage mit wichtigen Fragen zur Identität zu verknüpfen und dabei eine Geschichte zu erzählen, die sowohl unterhält als auch lange nachwirkt.
★★★★
4,5 von 5 Sternen



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