Samstag, 30. Mai 2026

𝓡𝓮𝔃𝓮𝓷𝓼𝓲𝓸𝓷 zu "𝓓𝓲𝓮 𝓕𝓻𝓪𝓾 𝓲𝓶 𝓢𝓽𝓾𝓻𝓶" von 𝓢𝓽𝓮𝓯𝓪𝓷 𝓢. 𝓚𝓪𝓼𝓼𝓷𝓮𝓻

Cover: dp

𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥

Ein altes Haus, in dessen Knochen ein Jahrzehnte altes Geheimnis verborgen liegt …

Enttäuscht von der Liebe ergreift Virginia Milton die Chance auf einen Neuanfang, als sie unerwartet einen verfallenen Landsitz erbt. Sofort verliebt sie sich in das Anwesen und gemeinsam mit dem charmanten Bauleiter Trevor beginnt sie, die Villa zu restaurieren – bis sie ein menschliches Skelett hinter dem Haus begraben finden. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Virginia auf die mysteriöse Vergangenheit ihres Onkels Foster und seiner Frau. Doch umso tiefer Virginia in das Schicksal der beiden eintaucht, desto deutlicher wird, dass die Villa mehr verbirgt, als es zunächst erscheint …

Jahre zuvor lebten Foster und Mila Mansfield ein ruhiges Leben, bis Wayne Boon auftaucht – ein Fremder, der die Welt von allen dreien für immer aus den Fugen heben würde.

𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘

Bereits auf den ersten Seiten schafft es Stefan S. Kassner, die Leser komplett zu packen und in den Bann seiner Erzählung zu ziehen. 

Ein ganz besonderes Highlight des Romans ist die dichte, stimmungsvolle Atmosphäre und eine unterschwellige, subtile Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Im Mittelpunkt steht dabei eine alte Villa, die im Laufe der Handlung einen derartigen Sog entwickelt, dass man sich ihr als Leser weder entziehen kann noch möchte.

Geschickt wird die Geschichte auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Durch diese Struktur erhält man tiefere Einblicke in die Vergangenheit, um letztlich in der Gegenwart die lang ersehnten Antworten zu finden. Der Autor legt seinen Lesern Puzzleteil für Puzzleteil vor die Füße und lädt so auf wunderbare Weise zum Miträtseln ein. Während man abwechselnd in die verschiedenen Epochen eintaucht, fügt sich das Gesamtbild nach und nach zusammen. Was die Vergangenheit dabei schließlich offenbart, geht richtig unter die Haut und lässt sich nur als echte Tragödie bezeichnen.

Allerdings verliert die Erzählung in manchen Momenten etwas an Tiefe. An einigen Stellen ging mir die Entwicklung ein wenig zu schnell, und ich hätte mir an manchen Ecken mehr Details und vor allem eine stärkere emotionale Komponente gewünscht. Das betrifft besonders die Liebesgeschichte und die Ereignisse in der Vergangenheit. Hier waren die Gefühle für mich nicht ganz greifbar und die Zeitsprünge so groß, dass das richtige Mitfiebern leider etwas auf der Strecke blieb, weil zu viele Lücken blieben. An dieser Stelle wäre eine langsamere Annäherung, die die Emotionen schrittweise hochkochen lässt, noch schöner gewesen.

Im Gegensatz dazu steht die Gegenwartsebene mit ihren wunderbaren Protagonisten. Virginia ist eine unheimlich sympathische Hauptfigur, die man schnell ins Herz schließt. Ihren mutigen Neuanfang mitzuerleben und sie bei ihren Nachforschungen zu begleiten, ist extrem fesselnd gestaltet. Ihr zur Seite steht mit Trevor ein weiterer fantastischer Charakter, der in meinen Augen nur so vor Charme sprüht. Durch die beiden bekommt die Geschichte neben all der Spannung und dem Drama auch eine zarte Liebesgeschichte in der Gegenwart, die sich ganz langsam, locker und auf wunderschöne, romantische Weise entwickelt. 

Am Ende ist es ein Buch voller Geheimnisse, die die Zukunft beeinflussen, getragen von tollen Figuren und einer fesselnden Grundstimmung.

𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥

Ein fesselnder Roman voller Geheimnisse, der vor allem durch seine dichte Atmosphäre, eine geheimnisvolle alte Villa und eine charmante Liebesgeschichte in der Gegenwart und der Gegenwart besticht. Trotz kleinerer emotionaler Schwächen und zu großer Zeitsprünge in der Vergangenheit bleibt es eine packende, tragische und subtil spannende Geschichte mit absolut sympathischen Protagonisten.
★★★★★
4 von 5 Sternen

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