Auf der malerischen norwegischen Insel Magerøya ist Thea auf der Suche – nur weiß sie aufgrund eines Unfalls nicht mehr, wonach. Der einzige Anhaltspunkt ist Kasper Mogensen, der Mann, der plötzlich vor ihrem kleinen Ferienhaus auftaucht und den sie offenbar dringend vor ihrem Unfall sprechen wollte. Gemeinsam begeben sich die beiden im Frühlingsleuchten von Magerøya auf die Suche nach Antworten. Während sie sich Stück für Stück der Wahrheit nähern, entwickeln sie Gefühle füreinander, doch mit jeder Erkenntnis scheint ein Happy End am Nordkap weiter in die Ferne zu rücken. Zu eng sind ihre Schicksale miteinander verwoben. Ob die beiden einen Ausweg finden?
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Mit „Nordkaphoffnungen“ gelingt Madita Tietgen ein rundum schöner und emotionaler Reihenauftakt, der den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht.
Die Autorin entfaltet hier eine zutiefst bewegende Geschichte vor einer absolut wundervollen Kulisse, die diesen Roman zu einem echten Leseerlebnis macht. Getragen wird das Ganze von einem lockeren, leichten und wunderbar flüssigen Schreibstil. Dieser ist gleichzeitig so bildgewaltig und mitreißend formuliert, dass man direkt in die Handlung hineingezogen wird und augenblicklich das Gefühl hat, selbst ans stürmische Nordkap zu reisen und am nördlichster Punkt Europas zu stehen.
Das Setting ist dabei ein absolutes Highlight des Buches. Die traumhafte, raue Kulisse des Nordens wird so lebendig und atmosphärisch beschrieben, dass man beim Lesen die skandinavische Brise förmlich spüren kann und sich fühlt, als stünde man mitten im Geschehen. Vor diesem großartigen Hintergrund erschafft die Autorin mit den beiden Protagonisten Thea und Kasper zwei Figuren, deren gemeinsamer Weg einen tief im Herzen berührt. Schritt für Schritt tastet man sich an der Seite der beiden durch schmerzhafte Erinnerungen, tief sitzende Unsicherheiten und großen Kummer. Gleichzeitig zeigt die Geschichte aber auch den Weg hin zu neuer Hoffnung, wachsendem Vertrauen und den ganz leisen, kostbaren Momenten von Glück und Liebe.
Besonders bemerkenswert ist die emotionale Tiefe, die diesen Roman auszeichnet. Obwohl ein schweres Thema im Mittelpunkt steht, schafft es die Erzählung, die Verarbeitung von Angst und Trauer absolut greifbar und authentisch darzustellen, ohne dabei jemals die grundlegende Wärme der Geschichte zu verlieren. Es ist ein Buch voller Emotionen, bei dem man beim Lesen oft schlucken muss und auch die eine oder andere Träne in den Augen hat. Trotz all dieser berührenden Momente leuchtet die Hoffnung immer als roter Faden durch die Handlung, was dem Buch trotz der thematischen Schwere eine wunderschöne Leichtigkeit verleiht.
Abgerundet wird dieser gelungene Auftakt durch die tollen Charaktere, die man im Laufe der Handlung kennenlernen darf. Man fühlt sich sofort pudelwohl und willkommen. Neben den Hauptfiguren überzeugen vor allem auch die wunderbar ausgearbeiteten Nebencharaktere wie Anna oder Hallvard. Sie bringen zusätzliche Herzenswärme in die Geschichte und machen jetzt schon unheimlich neugierig darauf, wie es im nächsten Band mit ihnen weitergehen wird.
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Ein tief berührender und emotionaler Reihenauftakt, der trotz eines schweren Themas voller Wärme und Hoffnung steckt. Dank des bildgewaltigen Schreibstils, der rauen, traumhaften Kulisse des Nordkaps und der authentischen, liebenswerten Charaktere ist dieses Buch ein Highlight fürs Herz – sehr empfehlenswert!
★★★★★
4,5 von 5 Sternen

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