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| Cover: Stille Wasser von Ferdinand Keller, Verlag Impian |
Wenn die Tage kürzer werden und es draußen ungemütlich ist, gibt es kaum etwas Besseres, als sich mit einem atmosphärischen Krimi auf die Couch zurückzuziehen.
Genau so einen Pageturner habe ich heute für euch: »Stilles Wasser« von Ferdinand Keller, der am 1. September 2026 erschienen ist, entführt uns in die eisige Kälte des verschneiten Erzgebirges.
Da mich die Dynamik der Ermittler und dieses eisige Setting so neugierig gemacht haben, wollte ich unbedingt mehr über die Hintergründe der Geschichte erfahren. Ich freue mich riesig, dass der Autor Ferdinand Keller sich die Zeit genommen hat, mir ein paar brennende Fragen zu seinem Krimi zu beantworten.
Macht euch eine heiße Tasse Tee und taucht mit mir ein in die Geheimnisse von Sonnenfels!
Im Gespräch mit Ferdinand Keller:
𝓑𝓮𝓼𝓬𝓱𝓻𝓮𝓲𝓫𝓮 "𝓢𝓽𝓲𝓵𝓵𝓮𝓼 𝓦𝓪𝓼𝓼𝓮𝓻" 𝓲𝓷 𝓶𝓪𝔁𝓲𝓶𝓪𝓵 5 𝓢ä𝓽𝔃𝓮𝓷.
Manche Geheimnisse liegen tiefer, als man glaubt.
Eine verschneite Rehaklinik im Erzgebirge. Ein Patient, der eigentlich auf dem Weg der Genesung war. Und ein Todesfall, der auf den ersten Blick wie ein tragischer Unfall aussieht.
Doch Kommissar Arne Brecht und sein Team erkennen schnell: Jonas Ziller hatte Feinde. Als Compliance-Beauftragter eines mächtigen Medizintechnik-Konzerns war er auf ein gefährliches Netz aus Manipulation, Korruption und vertuschten Machenschaften gestoßen. Nun ist er tot – und jeder in der Klinik könnte etwas zu verbergen haben.
Je tiefer die Ermittler in die scheinbar heile Welt der Klinik eindringen, desto mehr bröckelt die Fassade. Rache, Schuld und Selbstjustiz verbinden sich zu einem tödlichen Spiel, in dem die Grenzen zwischen Opfer und Täter zunehmend verschwimmen.
Denn manchmal ist das Wasser nur an der Oberfläche still. Darunter wartet die Wahrheit.
𝓦𝓪𝓼 𝓲𝓼𝓽 𝓭𝓪𝓼 𝓑𝓮𝓼𝓸𝓷𝓭𝓮𝓻𝓮 𝓪𝓷 𝓭𝓮𝓲𝓷𝓮𝓶 𝓑𝓾𝓬𝓱? 𝓦𝓮𝓼𝓱𝓪𝓵𝓫 𝓼𝓸𝓵𝓵𝓽𝓮 𝓭𝓮𝓻 𝓛𝓮𝓼𝓮𝓻 𝓰𝓮𝓷𝓪𝓾 𝔃𝓾 𝓭𝓲𝓮𝓼𝓮𝓶 𝓑𝓾𝓬𝓱 𝓰𝓻𝓮𝓲𝓯𝓮𝓷?
Das Besondere an „Stilles Wasser“ ist für mich die Verbindung aus klassischer Krimispannung, psychologischen Abgründen und einer Geschichte, die weit über die Suche nach einem Täter hinausgeht. Vor der verschneiten Kulisse des Erzgebirges treffen medizinische Machenschaften, Korruption, persönliche Verletzungen und das Bedürfnis nach Gerechtigkeit aufeinander. Dabei geht es auch um die Frage, wie weit ein Mensch gehen darf, wenn er glaubt, selbst für Gerechtigkeit sorgen zu müssen – und wann Rache zur Selbstjustiz wird.
Ich möchte die Leser nicht nur mit überraschenden Wendungen unterhalten, sondern sie auch zum Nachdenken bringen. Die Figuren sind dabei nicht einfach in „gut“ und „böse“ einzuteilen. Jeder trägt seine eigene Geschichte, seine Motive und seine Geheimnisse mit sich.
Wer zu „Stilles Wasser“ greift, bekommt deshalb nicht nur einen Kriminalfall, sondern eine atmosphärische und durchaus literarische Geschichte, bei der sich hinter der scheinbaren Ruhe immer die Frage stellt: Was geschieht, wenn das, was lange verdrängt wurde, plötzlich an die Oberfläche kommt?
𝓓𝓪𝓼 𝓿𝓮𝓻𝓼𝓬𝓱𝓷𝓮𝓲𝓽𝓮 𝓔𝓻𝔃𝓰𝓮𝓫𝓲𝓻𝓰𝓮 𝓾𝓷𝓭 𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓪𝓫𝓰𝓮𝓵𝓮𝓰𝓮𝓷𝓮 𝓡𝓮𝓱𝓪𝓴𝓵𝓲𝓷𝓲𝓴 𝓫𝓲𝓵𝓭𝓮𝓷 𝓮𝓲𝓷 𝓼𝓮𝓱𝓻 𝓫𝓮𝓴𝓵𝓮𝓶𝓶𝓮𝓷𝓭𝓮𝓼 𝓢𝔃𝓮𝓷𝓪𝓻𝓲𝓸. 𝓦𝓪𝓻𝓾𝓶 𝓯𝓲𝓮𝓵 𝓭𝓲𝓮 𝓦𝓪𝓱𝓵 𝓰𝓮𝓷𝓪𝓾 𝓪𝓾𝓯 𝓭𝓲𝓮𝓼𝓮𝓷 𝓗𝓪𝓷𝓭𝓵𝓾𝓷𝓰𝓼𝓸𝓻𝓽 𝓾𝓷𝓭 𝔀𝓮𝓵𝓬𝓱𝓮 𝓡𝓸𝓵𝓵𝓮 𝓼𝓹𝓲𝓮𝓵𝓽 𝓭𝓲𝓮 𝓾𝓷𝔀𝓲𝓻𝓽𝓵𝓲𝓬𝓱𝓮 𝓦𝓲𝓷𝓽𝓮𝓻𝓵𝓪𝓷𝓭𝓼𝓬𝓱𝓪𝓯𝓽 𝓯ü𝓻 𝓭𝓲𝓮 𝓢𝓽𝓲𝓶𝓶𝓾𝓷𝓰 𝓲𝓶 𝓑𝓾𝓬𝓱?
Für mich ist das Erzgebirge ein Stück Heimat – auch wenn ich aus Zwickau stamme. Die Region ja liegt direkt vor der Haustür. Die Landschaft, ihre kleinen Orte und vor allem die besondere Stimmung im Winter sind mir deshalb sehr vertraut. Gerade diese Mischung aus Vertrautheit und einer gewissen Abgeschiedenheit hat mich für den Roman inspiriert.
Eine verschneite Rehaklinik erschien mir als idealer Schauplatz für einen Krimi: Draußen liegt eine scheinbar friedliche, stille Winterlandschaft, während sich hinter den Mauern der Klinik ganz andere Dinge abspielen. Der Schnee schirmt die Menschen gewissermaßen von der Außenwelt ab, Wege verschwinden, Spuren werden verwischt und die Dunkelheit setzt früh ein. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der Misstrauen und Spannung besonders gut funktionieren.
Gleichzeitig wollte ich das Erzgebirge nicht nur als düstere Kulisse zeigen. Gerade die winterliche Schönheit und Ruhe der Landschaft bilden einen spannenden Kontrast zum Verbrechen. Je idyllischer die Umgebung wirkt, desto stärker fällt auf, dass unter dieser Oberfläche etwas nicht stimmt. Dieser Gegensatz zwischen scheinbarer Geborgenheit und unterschwelliger Bedrohung war für mich der eigentliche Reiz.
𝓜𝓲𝓽 𝓭𝓮𝓻 𝓟𝓼𝔂𝓬𝓱𝓸𝓽𝓱𝓮𝓻𝓪𝓹𝓮𝓾𝓽𝓲𝓷 𝓓𝓻. 𝓛𝓮𝓪 𝓜𝓪𝓻𝓺𝓾𝓪𝓻𝓽 𝓾𝓷𝓭 𝓚𝓻𝓲𝓶𝓲𝓷𝓪𝓵𝓱𝓪𝓾𝓹𝓽𝓴𝓸𝓶𝓶𝓲𝓼𝓼𝓪𝓻 𝓐𝓻𝓷𝓮 𝓑𝓻𝓮𝓬𝓱𝓽 𝓹𝓻𝓪𝓵𝓵𝓮𝓷 𝔃𝔀𝓮𝓲 𝓰𝓪𝓷𝔃 𝓾𝓷𝓽𝓮𝓻𝓼𝓬𝓱𝓲𝓮𝓭𝓵𝓲𝓬𝓱𝓮 𝓗𝓮𝓻𝓪𝓷𝓰𝓮𝓱𝓮𝓷𝓼𝔀𝓮𝓲𝓼𝓮𝓷 𝓪𝓷 𝓮𝓲𝓷 𝓥𝓮𝓻𝓫𝓻𝓮𝓬𝓱𝓮𝓷 𝓪𝓾𝓯𝓮𝓲𝓷𝓪𝓷𝓭𝓮𝓻. 𝓦𝓲𝓮 𝔀ü𝓻𝓭𝓮𝓼𝓽 𝓭𝓾 𝓭𝓲𝓮 𝓓𝔂𝓷𝓪𝓶𝓲𝓴 𝔃𝔀𝓲𝓼𝓬𝓱𝓮𝓷 𝓭𝓮𝓷 𝓫𝓮𝓲𝓭𝓮𝓷 𝓫𝓮𝓼𝓬𝓱𝓻𝓮𝓲𝓫𝓮𝓷?
Die Dynamik zwischen Dr. Lea Marquart und Arne Brecht lebt vor allem von ihren unterschiedlichen Blickwinkeln. Brecht denkt als Ermittler in Fakten, Spuren, Motiven und Wahrscheinlichkeiten – Lea dagegen interessiert sich stärker für das, was zwischen den Zeilen passiert: für Ängste, Verletzungen, innere Widersprüche und die psychologischen Beweggründe eines Menschen.
Dabei geraten die beiden durchaus aneinander, weil Lea manches intuitiv erfasst, während Brecht zunächst nach Beweisen sucht. Gleichzeitig erkennen sie schnell, dass genau diese Unterschiede ihre Stärken sind. Er bringt die notwendige Konsequenz und Erfahrung aus der Polizeiarbeit mit, sie die Fähigkeit, hinter einer Aussage auch das Ungesagte zu erkennen.
Im Verlauf der Ermittlungen entsteht deshalb eine besondere Form von Vertrauen. Brecht merkt, dass Leas psychologische Einschätzungen entscheidende Puzzleteile liefern können, und Lea wiederum erkennt, dass hinter seiner manchmal etwas rauen Art ein sehr genauer und durchaus feinfühliger Ermittler steckt. Vielleicht ist es gerade dieses Spannungsfeld aus Nähe und Distanz, Intuition und Logik, das die beiden so interessant macht – und durchaus das Potenzial für weitere gemeinsame Fälle besitzt.
𝓖𝓲𝓫𝓽 𝓮𝓼 𝓷𝓸𝓬𝓱 𝓮𝓽𝔀𝓪𝓼, 𝓭𝓪𝓼 𝓭𝓾 𝓾𝓷𝓫𝓮𝓭𝓲𝓷𝓰𝓽 ü𝓫𝓮𝓻 𝓭𝓪𝓼 𝓑𝓾𝓬𝓱 𝓮𝓻𝔃ä𝓱𝓵𝓮𝓷 𝓶𝓪𝓰𝓼𝓽, 𝔀𝓪𝓼 𝓭𝓾 𝓪𝓾𝓯 𝓳𝓮𝓭𝓮𝓷 𝓕𝓪𝓵𝓵 𝓵𝓸𝓼𝔀𝓮𝓻𝓭𝓮𝓷 𝓶ö𝓬𝓱𝓽𝓮𝓼𝓽?
Was ich über „Stilles Wasser“ unbedingt noch loswerden möchte? Vielleicht, dass dieser Krimi nicht nur davon erzählt, wer ein Verbrechen begangen hat, sondern vor allem davon, warum ein Mensch irgendwann eine Grenze überschreitet. Mich interessiert, was Rache mit einem Menschen macht, wann aus einem Gefühl von Gerechtigkeit Selbstjustiz wird und ob Schuld wirklich immer so eindeutig ist, wie sie auf den ersten Blick scheint.
Gleichzeitig wollte ich mit der verschneiten Rehaklinik im Erzgebirge eine Atmosphäre schaffen, in der die äußere Stille fast trügerisch wirkt. Unter der ruhigen Oberfläche brodelt es – und irgendwann lässt sich das nicht mehr verbergen.
Ich hoffe, dass die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite nicht nur wissen, wer der Täter war, sondern sich vielleicht selbst fragen: Wie weit würde ich gehen, wenn ich davon überzeugt wäre, im Recht zu sein? Und vielleicht ist genau das die eigentliche Spur, die „Stilles Wasser“ hinterlassen soll.
𝓗𝓪𝓼𝓽 𝓭𝓾 𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓛𝓲𝓮𝓫𝓵𝓲𝓷𝓰𝓼𝓼𝓽𝓮𝓵𝓵𝓮 𝓸𝓭𝓮𝓻 𝓮𝓲𝓷 𝓛𝓲𝓮𝓫𝓵𝓲𝓷𝓰𝓼𝔃𝓲𝓽𝓪𝓽 𝓲𝓶 𝓑𝓾𝓬𝓱? 𝓥𝓮𝓻𝓻ä𝓽𝓼𝓽 𝓭𝓾 𝓼𝓲𝓮 𝓾𝓷𝓼?
Meine Lieblingstelle im Buch ist die Kommunikation zwischen Klinikleitung und dem Kriminalhauptkommisar Brecht nach dem Fund der Leiche.
»Niemand betritt oder verlässt die Klinik ohne meine Zustimmung.«
»Das wird die Presse …«
»Sie halten einfach die Klappe, Frau Meissner.« Brenner trat vor. Seine Stimme klang tonlos, aber fest.
»Sind Sie sicher, dass das notwendig ist? Das wird die Patienten beunruhigen.«
»Ein toter Mann sollte Sie weit mehr beunruhigen«, entgegnete Brecht. Winter sah zu Brecht, dann zu den Mitarbeitern der Klinik. Er war kein Mann großer Reden und
keiner, der sich hinter Vorschriften verkroch. Er folgte einer einfachen Regel: »Tu, was richtig ist.« Das hatte ihn nicht immer beliebt gemacht, aber zuverlässig. Er hatte
schon Ermittlungen gegen Politiker, Ärzte und Polizisten geführt. Unbestechlich. Ein Wort, das schnell gesagt ist, aber Brecht trug es wie einen immer schwerer werdenden
Mantel.
Vielen Dank an Ferdinand Keller, dass er sich die Zeit für meine Fragen genommen hat! Mich hat das winterliche Setting und die beklemmende Atmosphäre der abgelegenen Rehaklinik definitiv in ihren Bann gezogen. Steht »Stilles Wasser« schon auf eurer Leseliste oder seid ihr ohnehin große Fans von packenden Thrillern im Medizin-Milieu? Schreibt es mir gerne in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch mit euch!

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