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Verkork(s)t. Verliebt. Verzaubert – Sommerträume am Bodensee
Nachdem Leonie ihren Mann Adrian in der gemeinsam geführten Berliner Bar beim Seitensprung erwischt hat, steht sie vor den Scherben ihrer Lebensplanung. Mitten in ihrem Herzschmerz erreicht sie die Nachricht, dass ihre verstorbene Großmutter ihr ein kleines Weinlokal inklusive Weinberg vermacht hat. Kurz entschlossen reist Leonie nach Meersburg am Bodensee. An dem Ort ihrer Kindheit will sie die romantisch in die Jahre gekommene Erbschaft unter die Lupe nehmen. Auf einmal hat Leonie eher zu viele als zu wenige Möglichkeiten: Das Lokal könnte sie in eine moderne Bar verwandeln – oder Haus und Weinberg verkaufen. Und bei der Rebernte steht ihr nicht nur der attraktive Winzer Max zur Seite - auch der reumütige Adrian taucht plötzlich wieder auf. Lässt Leonie ihren Verstand entscheiden – oder ihr Herz?
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Bereits das ansprechende Cover von „Liebe auf den ersten Seeblick“ versetzt einen direkt in eine wunderbare Urlaubsstimmung. Dieser positive erste Eindruck wird durch das herrliche Setting des Romans noch deutlich verstärkt. Die Handlung rund um eine charmante Weinbar direkt am Bodensee ist so stimmungsvoll eingefangen, dass beim Lesen augenblicklich ein echtes Urlaubsgefühl aufkommt.
Auch der schlichte und sehr eingängige Schreibstil sorgt für entspannte Lesestunden. Die Sprache ist wunderbar flüssig, sodass ich geradezu durch die Seiten geflogen bin und das gesamte Buch an nur einem einzigen Tag durchgelesen habe.
Trotz dieser starken äußeren Rahmenbedingungen konnte mich die eigentliche Handlung leider nicht wirklich überzeugen. Das lag in erster Linie an der Ausarbeitung der Charaktere und einer spürbaren emotionalen Oberflächlichkeit.
Insbesondere die Protagonistin Leonie empfand ich als äußerst schwierig. Obwohl sie eine Frau ist, die auf die vierzig zugeht, legt sie ein völlig unreifes und naives Teenager-Verhalten an den Tag. Ihre unüberlegten Handlungen wirken für eine eigentlich gestandene Mitdreißigerin schlichtweg unglaubwürdig. Teilweise war ihre Art für mich kaum zu ertragen; ich musste beim Lesen geradezu die Augen zukneifen, weil es so anstrengend war mitzuerleben, wie vehement sie vor offensichtlichen Tatsachen immer wieder die Augen verschließt.
Darüber hinaus litt auch die Romantik unter dieser mangelnden emotionalen Tiefe, denn die Liebesgeschichte entwickelte sich für meinen Geschmack viel zu überstürzt und unauthentisch. Gefühlt bis kurz vor Ende der Geschichte hing Leonie noch stark an ihrem Mann, nur um dann auf den letzten zehn Seiten völlig abrupt die große, neue Liebe zu zelebrieren. Es gab im Handlungsverlauf schlichtweg keinen ausreichenden Raum, in dem diese tiefen Gefühle natürlich hätten wachsen können oder der es mir ermöglicht hätte, diese Entwicklung emotional mitzuerleben. Die ohnehin nur kurzen Begegnungen zwischen den beiden reichten leider bei Weitem nicht aus, um ein echtes oder positives Gefühl für ihre Verbindung entstehen zu lassen.
So bleibt am Ende ein Roman, der zwar mit einer traumhaften Kulisse und schnellem Lesefluss punktet, auf charakterlicher Ebene aber leider viel Potenzial verschenkt.
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„Liebe auf den ersten Seeblick“ besticht vor allem durch das traumhafte Bodensee-Setting und einen wunderbar leichten Schreibstil, der sofort Urlaubsstimmung weckt. Leider trüben die emotional oberflächliche Handlung, eine oft anstrengend naive Protagonistin und die völlig überstürzte Liebesgeschichte das Lesevergnügen erheblich. Es ist eine schnelle, unkomplizierte Lektüre für einen Tag am Strand, von der man jedoch keine charakterliche Tiefe oder eine authentische, nachvollziehbare Romanze erwarten darf.
★★★
3 von 5 Sternen

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