Ein Mordopfer, eine Intrige und ein furchtloser Bibliothekar auf der Suche nach der Wahrheit
Spannende Ermittlungen in einem englischen Dorf der 50er Jahren mit britischem Humor
Im idyllischen Little Barkham wird das beschauliche Leben des Bibliothekars Arthur Tingwell auf den Kopf gestellt, als eine alte Dame erschlagen in ihrem Haus aufgefunden wird. Alle Anzeichen deuten auf Peter Hawkings hin, der der Seniorin regelmäßig Bücher vorbeibrachte. Doch Arthur glaubt nicht an die Schuld seines Freundes. Entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, begibt sich Arthur auf eine gefährliche Spurensuche durch das Dorf, das mehr Geheimnisse birgt, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Zwischen mysteriösen Zeugen, einem ungehobelten Gärtner und einem verschwundenen Buch wird Arthur klar, dass der wahre Mörder näher ist, als er dachte ...
𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘
Dies ist der erste Teil der Reihe "Die Fälle des Arthur Tingwell". Die einzelnen Teile sind unabhängig voneinander lesbar.
Ich hatte mich sehr auf einen gemütlichen Krimi gefreut, doch leider entpuppte sich „Mord in Little Barkham“ als eine ziemliche Herausforderung, die mich emotional einfach nicht abholen wollte.
Obwohl der Schreibstil grundsätzlich als leicht und unkompliziert angelegt ist, wollte sich der erhoffte Lesefluss über die gesamte Distanz nicht recht einstellen. Die Geschichte schaffte es bis zum Finale kaum, eine echte Sogwirkung zu entfalten, was vor allem an einem recht mühsamen Einstieg lag, der sich im weiteren Verlauf der Handlung für mich nicht spürbar besserte.
Ein zentrales Hindernis stellte dabei die schiere Anzahl der handelnden Personen innerhalb der Dorfgemeinschaft dar. Anstatt eine lebendige Atmosphäre zu schaffen, sorgte die Vielzahl der Figuren bei mir für eine anhaltende Überforderung, da die Beschreibungen und Charakterisierungen oft zu oberflächlich blieben, um die einzelnen Akteure klar voneinander abzugrenzen. Die Figuren wirkten insgesamt etwas blass und zum Teil sogar klischeehaft, sodass kein Charakter wirklich herausstechen oder eine tiefere Bindung zum Leser aufbauen konnte. Diese fehlende Konturierung machte es beinahe unmöglich, die Bewohner und ihre jeweiligen Rollen im Geflecht der Ereignisse sicher auseinanderzuhalten.
Inhaltlich lebt der Krimi davon, dass viele Bewohner von Little Barkham ihre eigenen Geheimnisse hüten, was Arthur Tingwells Ermittlungen naturgemäß verkompliziert. Seine große Stärke liegt dabei in seiner empathischen Art und der Fähigkeit, mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch zu kommen, um so Stück für Stück Informationen zusammenzutragen.
Dennoch trübten vermeintliche redaktionelle Mängel den Gesamteindruck: An mehreren Stellen hatte ich das ungute Gefühl, dass durch zu starke Textkürzungen inhaltliche Lücken entstanden sind. Diese Sprünge wirkten unharmonisch und störten den ohnehin schon holprigen Lesefluss erheblich, was das Eintauchen in das dörfliche Mysterium zusätzlich erschwerte.
𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Mord in Little Barkham“ trotz eines interessanten Ermittlers hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Die Kombination aus einer unübersichtlichen Figurenwelt, blassen Charakteren und spürbaren Lücken im Handlungsverlauf verhinderte leider, dass bei mir echte Krimispannung aufkam. Wer ein Faible für klassische Dorfkrimis hat, findet hier zwar einen netten Zeitvertreib für zwischendurch, muss jedoch über einige erzählerische Schwächen hinwegsehen.
★★★
2,5 von 5 Sternen

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
**ACHTUNG HINWEIS***
Seit dem 25. Mai 2018 gilt in Deutschland die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).
Durch das Kommentieren eines Beitrags auf dieser Seite werden automatisch über Blogger (Google) personenbezogene Daten erhoben. Diese Daten werden ohne deine ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen hierzu findest du in der Datenschutzerklärung.
Mit Absenden eines Kommentars erklärst du dich einverstanden, dass evtl. personenbezogene Daten (z.B. die IP-Adresse etc.) abgespeichert und für Statistiken von Google weiterverarbeitet werden.