Sloan Cooper ist klinisch tot, als sie in letzter Minute zurück ins Leben geholt wird. Aus dem Krankenhaus entlassen, zieht sie zurück in ihre Heimat am Mirror Lake. In den atemberaubenden Bergen Marylands findet sie Frieden – und lernt Nash kennen, der in der Natur seinem alten Großstadtleben entkommen möchte. Doch dann wird die Idylle jäh gebrochen, als eine junge Frau spurlos verschwindet. Sloan und Nash versuchen herauszufinden, was dahintersteckt und stoßen bald auf eine ganze Reihe von Vermisstenfällen. Gemeinsam wollen sie die düstere Wahrheit ans Licht bringen. Doch Sloan hat sich gerade erst zurück ins Leben gekämpft und eine neue Liebe gefunden – ist sie bereit, beides erneut aufs Spiel zu setzen?
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Nora Roberts beweist mit ihrem Werk „Jenseits des Horizonts“ einmal mehr, warum sie seit Jahrzehnten die Bestsellerlisten anführt. In diesem Roman verwebt sie meisterhaft Romantik, emotionale Tiefe mit einem hochspannenden Kriminalfall und einer ethischen Fragestellung, die den Leser noch lange nach dem Zuklappen des Buches beschäftigt.
Wie man es von der Autorin gewohnt ist, besticht das Buch durch einen wunderbaren Schreibstil. Die Sprache ist einnehmend, leicht und so flüssig, dass man förmlich durch die Seiten gleitet.
Im Mittelpunkt steht Sloan, eine liebenswerte und starke Frau, die mich als Hauptcharakter vollkommen überzeugt hat. Besonders bewegend ist ihr Kampf zurück ins Leben: Nach einem schweren Schicksalsschlag muss sie ihren Eifer zügeln und sich streng an die Vorgaben der Ärzte halten, um ihre körperliche Fitness wiederzuerlangen. Es war wirklich schön, sie bei ihren Spaziergängen am See zu begleiten und mitzuerleben, wie sie mit festem Willen Schritt für Schritt – im wahrsten Sinne des Wortes – mehr schafft.
Familie und Nachbarschaft bilden das Herzstücke der Geschichte.
Sloans Familie ist ist warmherzig, hilfsbereit und voller Liebe, schafft es dabei aber, niemals aufdringlich zu sein. Diese familiäre Basis gibt der Geschichte einen wunderbaren Halt.
Die beiden Brüder in der Nachbarschaft bereichern nicht nur Sloans Leben, sondern die gesamte Handlung. Sie haben den Stress der Großstadt hinter sich gelassen, um in der Natur neu anzufangen. Ihr Alltag zwischen handwerklichen Dienstleistungen und der Renovierung ihres eigenen Hauses bringt eine bodenständige, sympathische Note in das Buch.
Dass sich zwischen Sloan und Nash eine Verbindung entwickeln würde, war zu erwarten, doch die Umsetzung ist hervorragend gelungen. Die Liebesgeschichte ist romantisch und zaghaft, entwickelt sich in einem angenehmen Tempo und verzichtet auf unnötigen Kitsch. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe, die sich organisch in den Plot einfügt.
Besonders hervorzuheben ist das atmosphärische und bildhafte Setting: Eine kleine, abgeschiedene Stadt, eingebettet in die raue Schönheit von dichten Wäldern und einem stillen See. Diese greifbare Einsamkeit der Natur bildet den perfekten Kontrast zur inneren Unruhe der Protagonisten und verleiht der Geschichte eine ganz eigene, fast schon magische Atmosphäre.
Das zentrale Thema des Romans ist die Diskrepanz zwischen moderner Medizin und dem Glauben an Gott. Die Autorin greift hier ein hochaktuelles und brisantes Motiv auf.
Wie weit darf die Medizin gehen?
Wo überschreitet der Mensch die Grenze und spielt Gott?
Dieser moralische Konflikt ist nicht nur Beiwerk, sondern treibt die Handlung voran und verleiht dem Buch eine intellektuelle Tiefe, die über einen reinen Liebesroman oder Krimi hinausgeht. Es regt dazu an, die eigenen Standpunkte zu Ethik und Fortschritt zu hinterfragen.
Obwohl der Spannungsbogen von der ersten Seite an straff gespannt ist, bricht er auch dann nicht ein, da man bereits sehr früh weiß, wer hinter den grausamen Morden steckt. Dass die Handlung dennoch fesselnd und packend bleibt, ist ein Beweis für Nora Roberts' handwerkliches Geschick. Es geht hier weniger um das „Wer“, sondern vielmehr um das „Warum“ und das „Wie“. Die Dynamik zwischen den Charakteren und die ständige Bedrohung in der idyllischen Kleinstadt sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
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„Jenseits des Horizonts“ ist ein rundum gelungenes Buch. Es bietet die perfekte Mischung aus einem packenden Thriller, einer atmosphärischen Kulisse und einem tiefgründigen Thema, das zum Nachdenken anregt. Ein Muss für alle Fans der Autorin und für jene, die Geschichten mit moralischem Tiefgang und starkem Setting lieben.
★★★★★
5 von 5 Sternen

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