Mittwoch, 26. Juni 2019

Rezension zu „Under a Curse. Liebesbann“ von Sophie Wolff

Rezension zu 
„Under a Curse. Liebesbann“ 
von Sophie Wolff
Cover: Impress





Buchdetails

ISBN: 9783646605105
Sprache: Deutsch
E-Buch Text 341 Seiten
Verlag: Impress
Erscheinungsdatum: 07.03.2019









Inhalt:

**Der Fluch der Liebe**
Grace ist nicht gerade begeistert davon, mit ihrem Vater von Australien nach Neuseeland ziehen zu müssen. Dann begegnet sie Benjamin – groß, muskulös und ungemein anziehend – und ändert ihre Meinung über den Umzug schnell. Aber sein Herz schlägt bereits für eine andere und diese Liebe ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Trotz ihrer immer stärker werdenden Gefühle für Benjamin beschließt Grace ihm zu helfen. Sie ahnt nicht, dass sie sich damit in die magischen Fallstricke eines geheimen Stammes begibt und plötzlich Teil uralter neuseeländischer Legenden wird…

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist schlicht und einfach, bildhaft, schnell und flüssig zu lesen.

Die Geschichte hat nicht ganz meine Erwartungen erfüllt. Ich habe mir aufgrund des Klapptextes einen anderen Handlungsverlauf vorgestellt. Die Geschichte hat allerdings einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Teilweise empfand ich die Story etwas langatmig und vorhersehbar. Die Legende, der Fluch und die alten Stämme fand ich gelungen, allerdings waren sie auch nichts unbedingt Neues. Dies hat mich aber nicht weiter gestört, denn die Entwicklung war stimmig und interessant dargestellt.

Mit Ben hatte ich so meine Probleme, er war so wechselhaft, hatte zwei Gesichter und war dadurch schwer greifbar. Dies wurde erst besser, als die Gründe für sein Verhalten ans Licht kamen. Meine Sympathie ist deutlich angestiegen, allerdings waren sodann alle Geheimnisse für mich aufgedeckt, die Zusammenhänge waren deutlich und klar und es war ersichtlich für wen Salidas Herz schlug. Am Ende hätte ich mir noch ein Happy End für Liam gewünscht.

Grace mochte ich sehr gerne. Sie war hartnäckig und neugierig und auch ein typischer Teenager. Doch am Ende ist sie über sich hinausgewachsen, ist den magischen, mythischen und geheimnisvollen Dingen auf den Grund gegangen, hat sich nicht von der Gefahr abschrecken lassen. 

Das Setting hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte Neuseeland deutlich vor meinem inneren Auge erwachsen sehen. Der Autorin ist es gelungen die Umgebung plastisch und lebendig einzufangen.

Ich hätte mir ein bisschen mehr magischen Zauber gewünscht. Die Auswirkungen des Fluchs wurden nur am Rande gezeigt, was ich etwas schade fand.

Eine nette Geschichte, ein wundervolles Setting, das mich verzaubert hat. Das Buch hat mich ganz gut unterhalten, mich aber nicht vom Hocker gerissen.

Fazit:

Eine Mischung aus Abenteuer, Liebesroman und Mythologie vor einem traumhaften Setting, die mich aber nicht gänzlich überzeugen konnte.
★★★☆☆
3 von 5 Sternen

Rezension zu „Honigsommer“ von Diana Wintermeer


Rezension zu
„Honigsommer“
von Diana Wintermeer






Buchdetails

ISBN: 978-1515014621
SpracheAusgabe:
Taschenbuch 405 Seiten
Erscheinungsdatum30.07.2015









Inhalt:

Was tust Du, wenn Du dich in Deinen besten Freund verliebst? Sam zieht mit seiner Familie aufs Land, doch sein Unmut darüber schwindet, als er den gleichaltrigen Sohn der Nachbarn kennenlernt. Schnell verliert er sein Herz an die sommerliche Natur, die Freiheit und Alex, seinen neuen besten Freund. Aber nicht nur ihm geht es so. Es scheint, als hätte auch Alex nur auf jemanden wie Sam gewartet. Vom ersten Augenblick an fesselt die beiden Jungen ein unerklärliches Band aneinander und erst als sie ihren Kinderschuhen entwachsen und zu Männern heranreifen, beginnen sie zu ahnen, dass ihre Herzen weit mehr verbindet als eine schwurbrüderliche Freundschaft …

Meine Meinung:

Dies ist das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe - und es wird definitiv nicht das letzte bleiben. Ihr Bücher sind etwas ganz Besonderes, berührend, einfühlsam und emotional packend. 

Der Schreibstil ist unheimlich einnehmend und fesselnd, packend und lebendig, locker und leicht, emotional und berührend. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es hat einen unheimlichen Sog auf mich ausgeübt. Ich musste unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Die Handlung hat mir, bis auf ein paar wenige Längen und den etwas übereilten Schluss, sehr gut gefallen. Wir begleiten Sam und Alex von ihrem Kennenlernen in der Kindheit, durch die Pubertät hindurch bis zum Schulabschluss. Dabei spürt man von Beginn die Zuneigung, die immer weiter wachsende Verbundenheit zwischen den beiden. Keine Freundschaft konnte sich zwischen sie drängen, nichts konnte sie trennen.

Die Emotionen sind so lebendig und greifbar, ich konnte so sehr mit den Protagonisten fühlen. Eine Achterbahn der Gefühle erleben nicht nur Sam und Alex, auch der Leser  erfährt das ganze Ausmaß am eigenen Leib. der Autorin ist auf wunderbare Weise gelungen die Emotionen direkt zum Leser zu transportieren. Ein Lesegenuss.


Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und lebendig und facettenreich gezeichnet. In Sam konnte ich mich besonders gut hineinversetzen, ihn verstehen und mit ihm fiebern. Seine Gefühle waren so greifbar und nachvollziehbar. Ich habe so  sehr mit ihm gelitten und gefiebert.
Aber auch Alex konnte ich verstehen. Er hat sich gegen seine Gefühle gewehrt, wollte sich vor andren nicht eingestehen, dass er sich in seinen besten Freund verliebt hatte, obwohl es ihm auch längst klar war. Er hat immer nach einem Ausweg gesucht. Es geheim zu halten war für ich der einzige Weg. Dabei hat er nicht gemerkt, wie sehr er Sam damit verletzt hat. Doch diesem war alles Recht, solange er Alex nicht verliert. Manchmal hätte ich Alex am liebsten mal kräftig geschüttelt, ihn wachgerüttelt.

Das Buch hat mir eine gefühlsgeladene Lesezeit beschert und mich sehr gut unterhalten. Eine unglaublich emotionale Geschichte, super süß und niedlich, einfühlsam und mitreißend.

Fazit:

Eine wundervolle Liebesgeschichte, eine nachvollziehbare Entwicklung von der Kindheit, über die Pubertät bis zum Erwachsenwerden. Absolute Leseempfehlung.
★★★★
4,5 von 5 Sternen

Dienstag, 25. Juni 2019

Rezension zu „Glück und los! - Lina und die Sache mit den Wünschen“ von Dagmar Bach

***WERBUNG***
Rezension zu 
„Glück und los! - Lina und die Sache mit den Wünschen“ 
von Dagmar Bach
Cover: KJB





Buchdetails

ISBN: 9783737341455
Sprache: Deutsch
Fester Einband 400 Seiten
Verlag: FISCHER KJB
Erscheinungsdatum: 26.06.2019

Teil 1 der Reihe "Glück und los!"






Inhalt:

Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen, das wär’s! Früher war Lina überzeugt, dass sie das kann und eine echte Glücksbringerin ist: Um sie herum gingen urplötzlich geheime Wünsche in Erfüllung. Doch das ist schon lange her. Und was genau es war, das die Wünsche wahr werden ließ, hat Lina nie herausgefunden. Schade eigentlich, denn nun hat sie selbst einen riesengroßen Wunsch: Sie will sich endlich, endlich richtig verlieben, mindestens auf den ersten Blick! Wild entschlossen versucht sich Lina wieder an der Sache mit den Wünschen. Leider enden all ihre Experimente im größten Chaos. Und wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es da auch noch jemanden, der ihr gewaltig ins Handwerk pfuscht ...

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist jugendlich-frisch, locker und leicht, unterhaltsam und lebendig, schnell und flüssig zu lesen. Ich bin nahezu durch die Seiten geflogen und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen.

Die Handlung und deren Verlauf haben mir sehr gut gefallen. Das Wünscheerfüllen stand für mich zuerst etwas im Hintergrund, ich fand das Leben der Patchwork-Familie, die nach und nach immer mehr zusammengewachsen ist, viel interessanter. Zwischendurch zweifelt man, ob Lina wirklich Wünsche erfüllen kann oder das alles nur Hirngespinste sind. Aber auch diese Seite nimmt spannende und interessante Formen an. Es gab viele lustige Momente, unterhaltsame Dialoge, spannende Szenen und auch ernste Ereignisse. Mit einigen Dingen habe ich gar nicht gerechnet. Eine gelungene und abwechslungsreiche Mischung. Am Ende nehmen auch die Wünsche mehr Raum ein und es gilt einige Unklarheiten zu beseitigen. Dazu eine wirklich zarte Liebesgeschichte, die sich dezent und langsam entwickelt. Ich bin wirklich begeistert von diesem Jugendbuch und bin auf die Fortsetzung gespannt.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Sie sind vielseitig und facettenreich, bringen viel Abwechslung und Farbe in die Handlung. Vor allem auch die Nebencharaktere haben ihren besonderen Reiz. Nicht alle waren sympathisch, manchen wäre ich gerne an die Gurgel gegangen, aber sie waren durchweg authentisch gezeichnet.

Lina, die bei Nervosität zum Plappern neigt, muss man einfach lieben. Es ist mir unheimlich leicht gefallen mit ihr zu fiebern und zu erleben. Ihre ganze Familie, die Familienkonstellation, der Umgang und das Miteinander hat mir sehr gut gefallen.

Ein fantastisches Jugendbuch, ein gelungener Reihenauftakt, an dem die jungen Leser sicherlich sehr viel Lesespaß haben werden. Ich bin jedenfalls begeistert. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und mir eine tolle Lesezeit beschert.

Fazit:

Ein fantastischer und unterhaltsamer Reihenauftakt. Absolute Leseempfehlung.
★★★★
5 von 5 Sternen

Montag, 24. Juni 2019

Rezension zu „Tanz der Feuerblüten“ von Janna Ruth

***WERBUNG***
Rezension zu 
„Tanz der Feuerblüten“ 
von Janna Ruth
Cover: Ueberreuter Verlag






Buchdetails

ISBN: 9783764191887
Sprache: Deutsch
E-Buch Text 100 Seiten
Verlag: Ueberreuter Verlag
Erscheinungsdatum: 06.03.2017









Inhalt:

Im Palast des Abendrots strebt alles nach vollkommener Schönheit: Wasser, Metall, Holz und Luft werden zu bewundernswerten Kunstwerken geformt, an denen sich die höfische Gesellschaft ergötzen kann. Als der junge Schwerttänzer Jinnan aus der Provinz den Hof betritt, fühlt er sich unbeholfen und von der komplizierten Etikette überfordert. Dann jedoch trifft er auf die bildhübsche Ayaka und lässt sich von ihrem Luftspiel verzaubern. Wider jegliche Vernunft versucht Jinnan, Ayakas Herz zu erobern – wohl wissend, dass er mit dem Feuer spielt …

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist sehr stimmungsvoll, poetisch, atmosphärisch und passt wunderbar in die Geschichte und die Szenerie. Man wird sofort von der fremden, asiatischen Stimmung eingenommen und in diese fanatischen Welt katapultiert.

Das japanische und fantastisch angehauchte Setting hat mir sehr gut gefallen. Die erste Hälfte der Geschichte spielt in Palast des Abendrots, die zweite Hälfte ist dem Kampf gegen die Dämonen und die Schneefrau gewidmet. 

Die Handlung hat mir gut gefallen. Trotz der Kürze der Geschichte hat sie viele ernste Themen angesprochen und enthält wichtige Botschaften. Die Achtung und Erhaltung der Natur sollte einen hohen Stellenwert einnehmen. Jinnan passte nicht unbedingt an diesen kaiserlichen Hof, in dem die Oberflächlichkeit und das Vergnügen zelebriert wurde. Alles außerhalb des Palastes interessierte die Höflinge nicht, sie dachten nur an sich. Die äußere Schönheit stand für sie über allem, doch die inneren Werte und Schönheit spielten keine Rolle. Eine traurige Einstellung. 

Und über allem schwebt die verbotene Liebesgeschichte, so zart und einfühlsam, so poetisch und wunderschön. Ayaka und Jinnan näherten sich sehr langsam an, mit zauberhaften Gedichten und zarten Gesten. Auch sie passt nicht wirklich in den Palast, ist aufmüpfig, hat eine eigene Meinung, die sie auch gerne kundtut. 

Jinnan muss den Hof, seine Liebe verlassen und tritt an die Front, stellt sich den Dämonen im Kampf, um die Welt vor dem Untergang zu retten. Denn in ihm steckt so viel mehr als der bauernhafte junge Mann, der sich im Palast zuerst verspottet wurde. Und auch hier sieht man, es lohnt sich für seine Träume und Wünsche zu kämpfen.

Es ist erstaunlich, wie viel Inhalt in diese kurze Geschichte passt, und dennoch hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sie überstürzt ist oder wichtige Details fehlen. Sie ist stimmig und rund. Eine schöne, märchenhafte und fantastische Geschichte, die den Leser in eine fremde Welt entführt.

Fazit:

Eine wunderschöne, poetische Geschichte, die wichtige Botschaften enthält und zum Nachdenken anregt.
★★★★☆
4 von 5 Sternen

Mit Büchern um die Welt ~ Japan ~ „Tanz der Feuerblüten“ von Janna Ruth

***WERBUNG***

Eine märchenhafte Reise in ein fantastisches Japan erwartet uns heute mit Janna Ruths "Tanz der Feuerblüten"

Die Geschichte spielt größtenteils im Palast des Abendrot, der umgeben ist von Karpfenteichen und Steingärten. Die Steingärten werden als Sinnbild der Überlegenheit des Menschen über die Natur bezeichnet

Japanische Gärten sind Ausdruck japanischer Philosophie und Geschichte. Man findet sie sowohl auf Privatgrundstücken, in Stadtparks, bei buddhistischen Tempeln oder Shintō-Schreinen sowie an historischen Sehenswürdigkeiten wie alten Schlössern.

Eine Sonderform ist der Zengarten im Kare-san-sui-Stil, bei dem auf Wasser und größere Pflanzen ganz verzichtet wird.

Bild: Pixabay
Steingärten oder Zengärten sollen dem Besucher innere Ruhe bescheren. Sie haben eine lange Historie vorzuweisen. Ihre große Beliebtheit erlangten sie seit dem 14. Jahrhundert mit der Ausbreitung des Buddhismus, von dessen Ideen ihre Entwicklung geprägt wurde. Häufig fand man sie in Tempel- und Klosteranlagen, da sie die Meditation unterstützen.

Die ersten Gärten entstanden schon vor tausenden von Jahren in vielen Teilen der Welt. Der japanische Garten nimmt eine besondere Stellung ein, denn er wurde nicht nur als Nutzgarten angelegt, sondern um einer Philosophie Ausdruck zu verleihen.

Hauptsächlich Angehörige des Adels, selten auch Mönche oder reiche Kaufleute, gaben den Bau der ers­ten weitläufigen Gärten in Auftrag. Manche dieser Anlagen dienten rein religiösen Zwecken, andere boten dem Besucher einen Rückzugsort zur Erholung. Mit dem Wandel der japanischen Kultur bildeten sich auch in traditionellen Gärten charakteristische Details heraus. Der typische Zen-Garten bestand aus Steinen und etwas Moos. Die Elemente Baum und Wasser kamen ebenfalls vor, aber sie wurden nur symbolisch dar­ge­stellt. Die Wege waren holprig, die Besucher sollten mehr Aufmerksamkeit walten lassen , eindringlicher betrachten. Eine asymmetrische Anordnung führte zu unterschiedlichen Blickwinkeln.



Die Autorin war selbst schon in Japan und hat uns ihre persönlichen Highlights und ein paar Fotos mitgebracht. Da bekommt man gleich Fernweh. Leider darf man nicht alle Sehenswürdigkeiten fotografieren.


Janna Ruths persönliche Top 5:

1. Himeji-Castle - das schönste Schloss von Japan
2. Fushimi-Inari - die schönen roten Tore

3. Onuma-Quasi-National Park - Mit Vulkanen im Hintergrund, ein schöner See

4. Arashiyama - die Bambuswälder sind einfach unglaublich

5. Daisen-In - einer der schönsten Steingärten und so interessant.

Aber im Grunde jede Pagode, jeder Tempel und jeder Garten 




Und darum geht es:

Im Palast des Abendrots strebt alles nach vollkommener Schönheit: Wasser, Metall, Holz und Luft werden zu bewundernswerten Kunstwerken geformt, an denen sich die höfische Gesellschaft ergötzen kann. Als der junge Schwerttänzer Jinnan aus der Provinz den Hof betritt, fühlt er sich unbeholfen und von der komplizierten Etikette überfordert. Dann jedoch trifft er auf die bildhübsche Ayaka und lässt sich von ihrem Luftspiel verzaubern. Wider jegliche Vernunft versucht Jinnan, Ayakas Herz zu erobern – wohl wissend, dass er mit dem Feuer spielt …





Die liebe Janna Ruth hat sich meinen Fragen zu ihrem Buch und Japan gestellt. Vielen Dank für deine Zeit!

"Tanz der Feuerblüten" spielt in Japan. Was hat dich inspiriert, deine Geschichte dort spielen zu lassen?

Ich liebe Japan. Angefangen hat das relativ klassisch mit Anime und Manga vor zwanzig Jahren, aber dann hat mich die Geschichte, Landschaft und Kultur vollkommen gefangen genommen. Und da es viel zu selten nicht eurozentrische Fantasy gibt, habe ich die Kultur meiner Geschichte an der japanischen ausgerichtet.

Bist du schon einmal in Japan gewesen?

Ja, 2015 habe ich mir den Traum erfüllt und bin drei Wochen im Land herumgereist. Es war der tollste Urlaub, den ich je hatte und ich hoffe, ihn eines Tages zu wiederholen.

Hattest du für den Palast des Abendrots eine reale Vorlage?

Ja, tatsächlich orientiert sich der Palast des Abendrots in seiner Gesellschaft am Japan um das Jahre 1000, die Zeit, in der die Geschichte des Prinzen Genji spielt. Ich hatte mit 15 Jahren damals einen Bericht darüber gelesen und war seitdem immer fasziniert von dieser unpraktischen, Schönheits/Perfektionsorientierten Gesellschaft.

Die Beherrschung der Elemente spielt in der Geschichte eine große Rolle. Welches Element würdest du gerne beherrschen können und warum?

Ich würde wenn dann gerne die Luft beherrschen. Ich liebe einfach den Wind und mir gefällt sowohl die Vorstellung des sanften Windspiels als auch die Möglichkeit vielleicht fliegen zu können.

Du hast viele wichtige Botschaften und ernste Themen in die Handlung eingeflochten. Was ist für dich die wichtigste Aussage der Geschichte?

Die für mich Wichtigste betrifft das Gleichgewicht zwischen Zivilisation und Natur. Gerade heute ist das mit dem Klimawandel ja ein wichtiges Thema, aber allzu oft tendieren Geschichten wie auch Umweltaktivisten zum anderen Extrem. In Geschichten wird dann oft die Rückkehr zur Natur beschrieben oder beliebte Motive verwendet, wie die Natur am Ende doch den Menschen besiegt und Umweltaktivisten wollen (zurecht) sehr viele Sachen, aber eben oft ohne eine gewisse Kompromisswilligkeit, denn irgendwie müssen wir eben doch eine Balance finden. Wir brauchen diverse zivilisatorische Fortschritte und müssen daher einen Kompromiss finden, um die Natur zu respektieren und zu schützen, ohne deshalb uns gesellschaftlich zurückzuentwickeln. Und genau darum geht es schlussendlich im „Tanz der Feuerblüten“ – Die Welt wie sie am Anfang ist, ist offensichtlich zugunsten der Zivilisation aus dem Gleichgewicht geraten, aber die Macht der Natur tritt eben erst einmal als Bedrohung auf, nicht als glorreiche Alternative.

Beschreibe dein Buch in höchstens 3 Sätzen.

Tanz der Feuerblüten ist ein von Japan inspiriertes Märchen über den Einklang zwischen Zivilisation und Umwelt. Die Geschichte verfolgt den Werdegang des jungen Schwerttänzers Jinnan im Palast der Abendröte und seine verbotene Liebe für eine verheiratete Frau und das geächtete Feuer.

Hast du eine Lieblingsstelle oder ein Lieblingszitat im Buch? Verrätst du es uns?

Meine Lieblingsstelle ist relativ weit am Ende und zwar geht es um einen bestimmten Kuss hoch oben auf einem Berg, der ist für mich der Höhepunkt des Buches und ich mag die Atmosphäre, die Bilder und auch was sich aus dieser Szene entwickelt.
Meine zweitliebste Stelle ist ein Patt zwischen dem Tanz der Feuerblüten von Jinnan bei seinem Duell mit Kohan und das Stelldichein hinter dem Wandschirm, bei dem sich Jinnan und Ayaka nicht sehen, aber ihre Elemente miteinander vereinen und so eine sehr tiefe Verbindung zueinander aufbauen.

Was verbindest du persönlich mit Japan?

Reinheit, Achtsamkeit, Eleganz. Es ist nicht so überladen wie andere Kulturen, sondern eher schlicht. Als ich beim Ikebana (=Blumen binden) in Kyoto saß, erklärte uns die Lehrerin, dass in der Kunst nicht nur die Stellen eine Rolle spielen, wo sich etwas befindet, sondern auch die Lehrräume dazwischen. Deshalb sieht ein japanischer Strauß auch ganz anders aus, als ein rundes Blumenbouquet in Europa.
Außerdem die Dichotomie zwischen Natur und Zivilisation, genau wie im Buch. Die Japaner leben sehr modern (und gleichzeitig traditionell), aber obwohl sie in der Stadt leben, fühlen sie sich der Natur eng verbunden. Die Steingärten sind zum Beispiel ein Eindruck davon. Anstatt künstliche Gärten anzulegen, die unter Umständen gar nicht gedeihen können, haben sie die Natur mit den Steinen interpretiert und nachgebildet – der geharkte Kies stellt dabei Wasserläufe da.

Am 27.06.2019 reisen wir mit Anne Sue Te nach Gran Canaria.